Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026
Pressemitteilung
Leichte Frühjahrsbelebung kein Grund zum Aufatmen / Brossardt: „Ohne umfassende Reformen keine Aussicht auf Besserung“
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Der bayerische Arbeitsmarkt befindet sich aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. weiterhin in einer herausfordernden Lage. So wirken sich neben den konjunkturellen Belastungen durch den Iran-Krieg vor allem die strukturellen Standortprobleme negativ auf die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aus. „Zwar sorgt eine leichte Frühjahrsbelebung für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit und Bayern behält seine Position als Land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote bei. Die Lage bleibt insgesamt aber angespannt und die Unternehmen sind weiterhin verunsichert“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für Mai durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.
Die Arbeitslosenquote im Freistaat sank im Mai saisonbedingt auf 4,0 Prozent (Vormonat: 4,1 Prozent). Gleichzeitig lag sie im Vergleich zum Vorjahresmonat immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher. „Das letzte Mal, dass wir in Bayern im Mai eine Arbeitslosenquote von über vier Prozent hatten, war im Jahr 2010 – kurz nach der Finanzkrise. Insgesamt ist die absolute Zahl an Arbeitslosen seit dem Frühjahr 2022 um über 100.000 gestiegen. Gleichzeitig liegt die Zahl der offenen Stellen um knapp 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das zeigt: Die Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen weiter zurück. Für eine Entwarnung ist es zu früh“, fasst Brossardt die Lage zusammen.
Laut vbw bleibt die Situation ernst. „Die De-Industrialisierung in den Branchen, die für unseren Standort so zentral sind, setzt sich weiter fort. Ohne attraktive Standortbedingungen können wir diesen gefährlichen Trend nicht aufhalten. Wir appellieren daher umso energischer an die Bundesregierung einerseits, ein umfassendes und grundlegendes Reformparket rasch auf den Weg zu bringen, und andererseits an den Sozialpartner, den hohen Arbeitskosten Einhalt zu gebieten. Hier stehen auch die Gewerkschaften besonders in der Pflicht“, führt Brossardt aus und ergänzt: „Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie der vbw stellen die Arbeitskosten für rund 28 Prozent der Unternehmen das größte Investitionshemmnis dar, und in gleichem Umfang stellen sie Geschäftsmodelle in Frage – beides zusammen erhöht den Verlagerungsdruck deutlich. Das ist bedenklich. Wir müssen mit maßvoller Entwicklung beim Entgelt entgegensteuern.“