Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2022

Pressemitteilung

Unternehmen blicken mit extremer Unsicherheit auf die künftige Entwicklung / Brossardt: „Erleichterte Transferleistungen sind bei Arbeitskräftemangel kontraproduktiv“

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 Andreas Ebersperger
Andreas Ebersperger
Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
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Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist im Juli auf 3,2 Prozent gestiegen. Dennoch sind die Beschäftigungschancen in Bayern aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. weiterhin gut.

„Im Juli steigt die Arbeitslosigkeit saisonbedingt nahezu immer etwas an. Hinzu kommt derzeit die statistische Erfassung geflüchteter Menschen aus der Ukraine bei den Jobcentern, die nun verstärkt umgesetzt wird. Wir hoffen, dass sich dadurch mittelfristig höhere Integrationschancen für die Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ergeben. Insgesamt gibt es am bayerischen Arbeitsmarkt aber weiterhin gute Beschäftigungschancen für alle Bevölkerungsgruppen. Viele Branchen haben sogar zunehmend Schwierigkeiten, ihren Arbeits- und Fachkräftebedarf zu decken. Das ist ein strukturelles Problem durch die demografische Entwicklung. Wenn in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine insbesondere die angespannte Situation bei Energiepreisen und -versorgung länger andauert, wird das aber negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben.“ So kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die heute von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit bekanntgegebenen Arbeitsmarkdaten.

Der vbw zufolge herrscht unter den Unternehmen derzeit eine extreme Unsicherheit. „Die konjunkturelle Lage ist angespannt. Lieferengpässe und Materialmangel sowie stark gestiegene Preise bei Vorprodukten, Frachtkosten, Rohstoffen und Energie wirken sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. Dadurch können viele Aufträge nicht abgearbeitet werden. Wird der drohende Gas-Stopp Realität, würde uns das in die Rezession katapultieren. Wir müssen daher jetzt jede Energiequelle nutzen, um schon kurzfristig die Abhängigkeit von russischem Gas weiter zu reduzieren. Das heißt unter anderem auch: Weiterlaufen von Isar 2 mindestens bis zum kommenden Frühjahr“, so Brossardt.

Die vbw fordert, in Zeiten großer geopolitischer und -ökonomischer Unsicherheit die Unternehmen zu entlasten. „Wir brauchen ein Belastungsmoratorium für die Wirtschaft. Dazu gehört, die Sozialversicherungsbeiträge stabil zu halten. Dass das Bundeskabinett eine Anhebung der Beitragssätze zur Gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen hat, ist ein alarmierendes Signal. In Zeiten des Arbeitskräftemangels stellen außerdem die Eckpunkte für das Bürgergeld einen falschen Anreiz dar. Sie sind eine Abkehr vom Prinzip `Fördern und Fordern´. Transferleistungen, die den Einzelnen immer weniger in die Pflicht nehmen, sind in Zeiten von Arbeitskräftemangel erst recht der falsche Weg“, so Brossardt abschließend.