Der Arbeitsmarkt bleibt ohne Schwung und aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist eine baldige Belebung nicht in Sicht. „Die wieder leicht gestiegene Arbeitslosenquote in Bayern verdeutlicht die enormen Strukturprobleme, mit denen die bayerische Wirtschaft schon viel zu lange konfrontiert ist. So haben in unserer jüngsten Dezemberumfrage nur 15 Prozent der Unternehmen der bayerischen M+E Industrie die inländische Geschäftslage als gut bewertet. Über 37 Prozent der Unternehmen befürchten, Stellen abbauen zu müssen. Dies deckt sich mit dem ifo-Beschäftigungsindex, der auf dem tiefsten Stand seit Mai 2020 ist. Die Bundesregierung muss aus den richtigen Ansätzen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz nun schnell echte Reformen auf den Weg bringen. Zentral wird sein, dass auch die hohen Energie- und Arbeitskosten endlich gesenkt werden“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für Dezember durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.
Die Arbeitslosenquote im Freistaat liegt im Dezember bei 4,0 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr immer noch um 0,2 Prozentpunkte höher und ist die höchste am Jahresende seit über 20 Jahren. „Die Arbeitslosenzahl lag 2025 durchgehend über 300.000 und damit merklich über dem Vorjahr. Das ist unbayerisch und auf Dauer nicht akzeptabel. Ziel muss eine Quote deutlich unter 3 Prozent sein. Ebenfalls ist die Zahl der offenen Stellen weiter zurückgegangen, die Unternehmen benötigen auf Grund der schlechten Wirtschaftslage weniger Arbeitskräfte“, fasst Brossardt die Lage zusammen.
Laut vbw ist die Lage ernst. „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell und effektiv handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren. Beim Bürokratieabbau müssen jetzt schnell spürbare Entlastungen kommen. Gerade die Arbeitszeitflexibilisierung, ein wirkungsvolles Sofortprogramm zur Reduzierung von Dokumentations- und Meldepflichten sowie ein Moratorium für Statistikpflichten müssen schnell umgesetzt werden. Bis Ende 2026 müssen mindestens zehn Prozent der Verwaltungsvorschriften abgebaut sein“, so Brossardt abschließend.