Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2026
Pressemitteilung
Standortloyalität gestiegen, Verbesserungsbedarf bei den Standortfaktoren / Brossardt: „Bürokratie zügig abbauen, spürbare Entlastungen für Unternehmen schaffen!“
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Die Unternehmen in der Region stehen weiterhin mit überwältigender Mehrheit hinter dem Standort Unterfranken. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. So würden sich 78 Prozent der Unternehmen erneut in Unterfranken ansiedeln. Dazu erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Im Vergleich zum Vorjahr ist die Standortloyalität gestiegen, die unterfränkischen Firmen bekennen sich weiterhin klar zum Standort. Das ist ein wichtiges Signal. Gleichzeitig darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Standortbedingungen langfristig deutlich an Qualität verloren haben. Damit Wohlstand und Arbeitsplätze langfristig gesichert bleiben, müssen wir aber alles daransetzen, die Rahmenbedingungen wieder deutlich attraktiver zu machen.“ Die Umfrage wird seit 2013 jährlich von der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH für die vbw durchgeführt.
Die Studie bewertet die allgemeine Standortqualität in Unterfranken mittels einer Skala zwischen 0 und 100 Punkten. Gegenüber 2025 verschlechterte sich die Bewertung der Standortqualität erneut um 2,2 auf 67,2 Punkten, der bayerische Durchschnitt liegt weiterhin bei 72,5 Punkten. Zusätzlich zur Bewertung der allgemeinen Standortqualität und -loyalität haben die Unternehmen Schulnoten für die fünf Themenfelder „Humankapital“, „Allgemeine Infrastruktur“, „Innovationsumfeld“, „Energie und Rohstoffe“ sowie „staatliches Verwaltungshandeln“ vergeben. Unterfranken liegt nach Einschätzung der befragten Unternehmen unter dem bayerischen Durchschnitt.
Insgesamt haben sich die einzelnen Standortfaktoren im Vorjahresvergleich überwiegend verschlechtert. Am schlechtesten wurde in Unterfranken der Bereich Verwaltungshandeln bewertet, der bei 4,3 verharrt. „Die überbordende Bürokratie ist und bleibt das größte Standortrisiko, das bestätigt unsere Studie erneut“, macht Brossardt deutlich. Verschlechtert hat sich zudem der Bereich Energie und Rohstoffe um 0,2 Punkte auf 3,8. „Der Iran-Krieg und dessen massive wirtschaftliche Folgen gießen zusätzlich Öl ins Feuer der Energiekostenkrise an unserem Standort. Wir brauchen schnellstmöglich Entlastungen bei den Strompreisen für die Wirtschaft“, ergänzt Brossardt. Der Bereich Allgemeine Infrastruktur konnte sich um 0,1 Punkte auf 3,3 verbessern.
Die Perspektiven der unterfränkischen Unternehmen sind negativ. „Bis 2028 planen die Unternehmen in der Region weniger zu investieren, so liegt der Saldo aus vergangenen und zukünftigen Investitionsentwicklungen bei minus 2,2 Prozentpunkten. Mit knapp 24 Prozent fällt zudem der Rückgang bei den Ausrüstungsinvestitionen in Unterfranken am deutlichsten aus. Das ist ein äußerst fatales Signal. Wir müssen die anhaltende Investitionsschwäche überwinden, sonst verlieren wir noch weiter an internationaler Wettbewerbsfähigkeit“, erläutert Brossardt weiter.
Die befragten unterfränkischen Unternehmen haben klare Erwartungen an die Politik, um die Standortbedingungen wieder nachhaltig wettbewerbsfähig zu gestalten. „Als oberste Priorität sehen die Betriebe insbesondere die zügige Senkung der Bürokratiekosten und Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren an. Darüber hinaus brauchen die Betriebe endlich wettbewerbsfähige Energiepreise sowie eine leistungsfähige Infrastruktur. Angekündigte Entlastungen müssen schnell und spürbar in den Unternehmen ankommen, wie die Stromsteuersenkung für die gesamte Wirtschaft“, fordert Brossardt. Die vbw sieht dafür vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. „Die entscheidenden Stellschrauben für eine spürbare Entlastung liegen in Berlin. Aber auch Brüssel muss schneller werden: Beim Bürokratieabbau ist zwar schon einiges passiert, aber das Tempo muss noch deutlich steigen“, erklärt Brossardt.
Auch der Freistaat muss laut vbw seine Bemühungen bei Bürokratieabbau und Digitalisierung verstärken. „Die öffentliche Verwaltung in Bayern muss noch digitaler, noch schlanker werden. Das ist und bleibt eine Daueraufgabe. Die Staatsregierung hat bereits wichtige Impulse gesetzt. Entscheidend ist nun, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen,“ betont Brossardt.
Die Studie finden Sie hier: www.vbw-bayern.de/unternehmensperspektiven