Die bayerische Wirtschaft
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Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2026

Pressemitteilung

Ein starkes Europa erfordert Verteidigungsfähigkeit und vor allem wirtschaftliche Stärke / Hatz: „Fünf zentrale Instrumente, um unsere Rolle in der Welt zu stärken!“

Im Rahmen politischer Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und der Bundesregierung hat Wolfram Hatz, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die Bedeutung der Zeitenwende auf EU-Ebene im Verteidigungs- und Wirtschaftsbereich für die Wahrung der europäischen Souveränität betont. „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, könnten nicht größer sein. Während Russland mit seiner hybriden Kriegsführung im Ringen um die Ukraine gegen Europa weiter eskaliert, bringt ein Mix aus amerikanischem Protektionismus und chinesischen Wettbewerbsverzerrungen die Wirtschaft auf dem Kontinent zunehmend ins Wanken. Gleichzeitig versuchen radikale Kräfte von innen und von außen, die EU zu sprengen. Wir müssen jetzt zusammenstehen und Stärke zeigen“, so Hatz. Die vbw setzt dazu auf eine verteidigungsfähige und vor allem wettbewerbsfähige EU. „Ohne eine funktionierende Wirtschaft können wir weder den Populisten den Wind aus den Segeln nehmen noch die für Europa so zentrale Abschreckungsfähigkeit erreichen“, betonte Hatz.

Mit Blick auf den geopolitischen Wettbewerb fordert die vbw einen Strategiewechsel auf EU-Ebene. Dazu Hatz: „Der globale Konkurrenzkampf gleicht heutzutage einem Boxkampf: Nur die Starken setzen sich durch. Wir müssen daher europäische Interessen klarer, härter und konsequenter verteidigen.“ Aus Sicht der vbw sind dabei fünf Instrumente zentral. Erstens sollte im Falle von unfairen Handelspraktiken auf die Verhängung von Ausgleichszöllen gesetzt werden, um Wettbewerbsverzerrungen zu neutralisieren. „Local-Content-Vorgaben sind dagegen nicht zielgerichtet, verteuern europäische Produkte und verursachen mehr Bürokratie“, unterstrich Hatz. Zweitens pocht die bayerische Wirtschaft auf eine stärkere Diversifizierung von Absatz- und Beschaffungsmärkten. „Hier hat sich in den vergangenen Monaten in Brüssel durch den Abschluss mehrerer Freihandelsabkommen viel Positives getan, insbesondere eine assoziierte EU-Mitgliedschaft für Kanada begrüßen wir ausdrücklich“, so Hatz. Drittens braucht es aus Sicht der vbw eine Weiterentwicklung des EU-Binnenmarktes. „Unser Handel mit den EU-Staaten steht allein in Deutschland für 7,2 Millionen Arbeitsplätze und 550 Milliarden Euro an Wertschöpfung, die EU ist und bleibt ein außenwirtschaftlicher Stabilitätsanker für viele Mitgliedstaaten“, erklärte Hatz. Viertens muss die europäische Wettbewerbsfähigkeit wieder entschieden gestärkt werden. Dazu Hatz: „Die EU weist im internationalen Vergleich erhebliche Standortnachteile auf. Wir brauchen niedrigere Energie- und Arbeitskosten, weniger Besteuerung und Bürokratie. Nur wenn wir unsere Hausaufgaben machen, entwickeln wir auch deutlich mehr Schlagkraft. Mit Ihren Bürokratieabbau-Paketen hat die EU-Kommission schon viel erreicht.“ Und als letzten Punkt setzt die Wirtschaft im Freistaat auf eine zügige Umsetzung der Spar- und Investitionsunion. „Wir müssen in der Lage sein, gute Ideen auch zu skalieren. Im Moment fehlt aber das Wagniskapital, das müssen wir dringend ändern“, so Hatz.

Die bayerische Wirtschaft bekennt sich zudem klar zur deutschen Zeitenwende, auch für Europa. „Abschreckungsfähigkeit ist die beste Garantie dafür, den Frieden in Europa zu wahren. Die deutsche Zeitenwende ist dabei eine maßgebliche Säule für die europäische Sicherheit“, so Hatz weiter. Der vbw Präsident verweist dabei insbesondere auf die Rolle Bayerns als Zentrum der deutschen und europäischen Rüstungsindustrie. „Ein Drittel der bundesweiten Produktionskapazitäten sind in Bayern beheimatet“, machte Hatz deutlich.

Der politische Dialog in Brüssel gipfelte in der Eröffnung des bayerischen Oktoberfests in Brüssel durch vbw Präsident Wolfram Hatz. Das Brüsseler Oktoberfest der Bayerischen Staatsregierung wird auch 2026 von der vbw als Hauptsponsor unterstützt. Anwesend waren neben dem Bayerischen Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien, Dr. Florian Herrmann und der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, EU-Kommissare und zahlreiche Mitglieder des Europäischen Parlaments, des diplomatischen Corps und des Bayerischen Landtags. Geladen waren 1.800 hochkarätige Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung.

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