Die bayerische Wirtschaft
zum Dashboard Konjunktur

Bitte geben Sie Ihre Login-Daten ein

Passwort vergessen

Sie haben keine Login-Daten?

Login-Daten beantragen
Zur Übersicht

Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2026

Pressemitteilung

Hemmnisse im Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich bestehen fort Brossardt: „Brexit hat in Europa nur Verlierer hinterlassen.“

Anlässlich des zehnten Jahrestags des Brexit-Referendums im Vereinigten Königreich weist die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf die anhaltenden Folgen des Austritts für die Wirtschaft hin. „Der Brexit hat unter dem Strich in Europa nur Verlierer hinterlassen. Er war eine Zäsur für Europa und beschäftigt die bayerische Wirtschaft bis zum heutigen Tage. Trotz des 2021 in Kraft getretenen Handels- und Kooperationsabkommens sind unsere Unternehmen immer noch tagtäglich mit Hemmnissen im Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich konfrontiert. Es braucht daher ein ‚Mutual Recognition Agreement‘ für sämtliche Sektoren, ein Ende des Flickenteppichs an Regelungen im Dienstleistungshandel sowie eine weitere Senkung der Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen. Nur so schaffen wir langfristig eine erfolgreiche Handelspartnerschaft“, fordert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw unterstützt daher sämtliche Bemühungen, die Beziehungen zum Vereinigten Königreich wieder zu vertiefen. „Insbesondere freuen uns die im letzten Jahr vereinbarte Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft mit der EU sowie der Wiedereintritt Großbritanniens in das Erasmus-Austauschprogramm ab 2027. Ebenso war die Verlängerung der CE-Kennzeichnung für die meisten Waren auf unbestimmte Zeit eine Erleichterung“, so Brossardt weiter.

Das Handelsvolumen Bayerns mit Großbritannien liegt heute etwa ein Fünftel niedriger als im Jahr vor dem Referendum. Großbritannien ist dadurch im Ranking der wichtigsten Handelspartner Bayerns vom fünften auf den neunten Platz abgerutscht. „Da gibt es noch Aufholbedarf. Gleichzeitig macht der Handel mit dem Vereinigten Königreich nach wie vor knapp vier Prozent des bayerischen Außenhandels aus. Fakt ist: Je mehr Partner auf der Welt wir haben, umso weniger sind wir von einzelnen Wirtschaftsräumen abhängig. Eine wiedererlangte vertiefte Wirtschaftszusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich wäre ein wirksamer Schritt, um unsere Exportwirtschaft weiter zu diversifizieren und sie für zukünftige Krisen noch besser zu wappnen“, erklärt Brossardt.

Gleichzeitig bleibt das Vereinigte Königreich weiterhin ein wichtiger geostrategischer europäischer Partner und ein bedeutender Absatzmarkt für den Freistaat, insbesondere für Kfz. „In dem Land steckt insgesamt noch viel zuletzt ungenutztes Potenzial. Vor allem mit Blick auf die unberechenbare geopolitische Gemengelage sowie auf die steigenden weltweiten Handelshemmnisse gilt es deshalb, unsere Wirtschaftsbeziehungen mit dem Königreich wieder zu stärken. Der 10. Jahrestag des Referendums bietet dafür den richtigen Anlass“, führt Brossardt aus und ergänzt: „Wir hoffen, dass der von der britischen Regierung eingeschlagene Annäherungskurs an Europa auch nach dem Rücktritt des Premiers Bestand haben wird.“

Seite drucken