Eine funktionierende Verwaltung ist eine wesentliche Grundvoraussetzung demokratischer Ordnung. Sie basiert auf klaren Regeln und verlässlichen Verfahren. Zudem sorgt sie für Gleichheit und Rechtssicherheit – ungeachtet wechselnder Regierungen und politischer Mehrheiten.
In einer neuen Publikation des Roman Herzog Instituts e. V. wendet sich der Soziologe Stefan Kühl daher gegen die pauschale Bürokratieschelte. Er geht der Frage nach, warum die Bürokratiekritik seit den Anfängen der Bundesrepublik immer wieder ähnliche Diagnosen und Reformversprechen hervorbringt, und dennoch in ihrer Wirkung begrenzt bleibt.
Mit Blick auf die historische Entwicklung konzipiert er einen Prinzipienkatalog mit sechs Kriterien einer verantwortungsvollen Bürokratiekritik – wie unter anderem das Verhältnismäßigkeits-, das Selbstkritik- und das Verantwortlichkeitsprinzip.
Dazu erklärt Prof. Randolf Rodenstock, Vorstandsvorsitzender des RHI: „Eine funktionierende Bürokratie gehört zur Infrastruktur eines demokratischen Staates. Wenige vernünftige Prinzipien können aber dabei helfen, Bürokratiekritik zu versachlichen, Bürokratie klüger abzubauen und übermäßig hohe Belastungen für Unternehmen zu vermeiden. Diese Studie liefert eine differenzierte Analyse, die in der aktuellen Bürokratiedebatte fehlt.“
Die Publikation: „Bürokratie als Stütze der Demokratie? Moden der Bürokratiekritik und des Bürokratieabbaus“ steht unter diesem Link bereit: Studie
Das Roman Herzog Institut
Das Roman Herzog Institut setzt sich als Think Tank mit den Gegenständen Werte, Führung und Zukunft auseinander.