Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kritisiert den heutigen Beschluss der Ampel-Regierung zum Rentenpaket II deutlich. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt kommentiert: „Wir lehnen die vorgesehene dauerhafte Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent entschieden ab. Denn laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnten bereits 2035 rund 34 Milliarden Euro in der Finanzierung fehlen. Das würde zu enormen finanziellen Belastungen und Beitragssatzsteigerungen für die Unternehmen führen – ein politisch zementierter Standortnachteil. Es ist schlichtweg das falsche Gesetz zum falschen Zeitpunkt. Anstelle von sozialpolitischen Wohltaten mit gleichzeitiger Mehrbelastung der Unternehmen muss die Bundesregierung endlich zielführende Reformen in der Altersvorsorge anpacken. Bevor neue Ausgaben beschlossen werden, müssen Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, die den Ausbau der betrieblichen und privaten Vorsorge voranbringen. Die abschlagsfreie Rente mit 63 muss auslaufen. Außerdem ist eine sachliche Diskussion über die Anpassung des Renteneintrittsalters im Verhältnis zur Entwicklung der Lebenserwartung überfällig.“
Das Generationenkapital bewertet die vbw ebenfalls kritisch. Brossardt: „Zwar ist der Ansatz richtig, das umlagefinanzierte System der gesetzlichen Rentenversicherung durch kapitalgedeckte Bausteine zu ergänzen und zu stabilisieren. Das Vorhaben kommt aber für Deutschland zu spät und es wird kein ausreichendes Volumen erreichen können. Die Bundesregierung muss die Finanzierungsfrage planungssicher und nachhaltig beantworten.“