Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2026
Pressemitteilung
Arbeitsmarkt zum Jahresauftakt schwach – 2026 muss endlich die Wende bringen / Brossardt: „Höchste Arbeitslosenquote seit über zehn Jahren ist nicht akzeptabel“
Inhalt teilen
Der Arbeitsmarkt zeigt keine Besserung, aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. müssen nun zeitnah notwendige Maßnahmen für eine Trendwende ergriffen werden. „Die auch saisonal bedingt deutlich gestiegene Arbeitslosenquote in Bayern verdeutlicht die bestehenden Probleme für die bayerische Wirtschaft. Die geopolitischen Herausforderungen setzen unserer exportorientierten Industrie in besonderem Maße zu. Eine internationale und global vernetzte Volkswirtschaft wie Bayern bekommt die Handelskonflikte und wachsenden Handelsbarrieren zu spüren. Schließlich erwirtschaftet die bayerische Industrie fast 60 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Die Entscheidung des Europaparlaments zum EU-Mercosur-Abkommen kommt wahrlich zur Unzeit, ist nicht nachzuvollziehen und ein trauriger Tag für den Freihandel. Allerdings senden die erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen zwischen der EU und Indien ein starkes Signal“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für Januar durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.
Die Arbeitslosenquote im Freistaat liegt im Januar bei 4,4 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr immer noch um 0,2 Prozentpunkte höher. „Die Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich verschlechtert. Während die Zahl der Arbeitslosen zwischen 2022 und 2025 um über 100.000 Personen angestiegen ist, kam der Beschäftigungszuwachs im Laufe des vergangenen Jahres zum Erliegen. Die Arbeitslosenquote ist deutlich gestiegen und hat das höchste Niveau seit über zehn Jahren erreicht. In absoluten Zahlen liegt der Wert von knapp 345.000 Arbeitslosen für einen Januar so hoch, wie seit 16 Jahren nicht mehr“, fasst Brossardt die Lage zusammen.
Laut vbw ist die Situation ernst. „Wir sind im internationalen Vergleich nicht mehr wettbewerbsfähig, mit der anhaltenden De-Industrialisierung zahlen wir einen hohen Preis. Es muss alles dafür getan werden, damit die Wertschöpfung am Standort Bayern und Deutschland bleibt. Die Arbeits- und Energiekosten sind zu hoch, den angefangenen Weg für Entlastungen muss die Bundesregierung nun schnell und entschlossen weitergehen. Mit einem raschen und ernstgemeinten Bürokratieabbau wäre ein erster wichtiger Schritt getan. Mit dem Aussetzen des deutschen Sonderwegs beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz hätte die Bundesregierung hier eine gute Möglichkeit“, so Brossardt abschließend.