Die bayerische Wirtschaft

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vbw relaunch/PresseCenter | Pressemitteilung

Müssen Flächenpolitik in Einklang mit wirtschaftlichen und ökologischen Interessen bringen / Brossardt: „Brauchen Flexibilität statt starrer Regeln“

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 Tobias Rademacher
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Anlässlich der an Fahrt aufnehmenden Diskussion um die Begrenzung des Flächenverbrauchs im Freistaat auf maximal fünf Hektar pro Tag im Rahmen der Flächensparoffensive erklärt der Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Bertram Brossardt im Vorfeld eines Kongresses zum Thema: „Wir befürworten einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Es ist richtig, dass die Staatsregierung ein effizienteres Vorgehen mit Flächen erreichen will. Wir brauchen aber eine realistische und differenzierte Entscheidungsgrundlage, damit wir auch künftig Spielräume und Entwicklungsmöglichkeiten für ein nachhaltiges Wachstum haben. Wir brauchen mehr Flexibilität statt starrer Regeln.“

Bayern ist ein Zuzugsland und prosperiert wirtschaftlich kräftig. Zwischen 2014 und 2019 stieg die Zahl der Bewohner um 3,4 Prozent und die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 12,9 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 9,6 Prozent. „Die Siedlungs- und Verkehrsflächen nahmen aber nur um 2,4 Prozent zu. Dem Freistaat ist es also gelungen, die wirtschaftliche Entwicklung und den Flächenverbrauch voneinander zu entkoppeln. Dieser Weg muss weiter gegangen werden. Starre Flächenverbrauchsvorgaben oder Kontingente würden aber die Möglichkeit nehmen, auf Bedürfnisse wie die weitere Zunahme der Bevölkerung zu reagieren. Das wäre der falsche Weg“, betont Brossardt.

Laut vbw ist nur rund die Hälfte der für Siedlung und Verkehr genutzten Fläche versiegelt. So fließen auch unbebaute und nicht versiegelte Böden mit in die Statistik hinein, sobald sie als Siedlungs- und Verkehrsfläche ausgewiesen sind. „Wir brauchen einen differenzierten Blick auf die faktische Flächeninanspruchnahme. Maßgeblich muss in erster Linie der Anteil tatsächlich neu versiegelter Flächen sein. Eine reine Debatte um die Umwidmung von Flächen greift zu kurz, die damit verbundene Verdichtungsstrategie beeinträchtigt auch die ökologische Qualität des Siedlungsraums. Es sind bereits verschiedene Möglichkeiten im Einsatz, um effizienter mit Flächen umzugehen. Darunter fallen der verdichtete Wohnungsbau und die Revitalisierung von Brachen“, erklärt Brossardt.