Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2022

Pressemitteilung

Für 78 Prozent der Beschäftigten in Bayern gilt direkt oder indirekt der Tarif / Brossardt: „Flächentarifverträge bestimmen nach wie vor die Leitbedingungen“

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 Tobias Rademacher
Tobias Rademacher
Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
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Für 78 Prozent der Beschäftigten in Bayern gelten direkt oder indirekt tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen. Das hat eine Auswertung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. von Daten des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie INIFES und des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) ergeben.

Im Einzelnen galt im Jahr 2020 für 45 Prozent der Beschäftigten ein Flächentarifvertrag. Vier Prozent der Beschäftigten unterlagen einem Haustarifvertrag. Außerdem orientierten sich die Arbeitsbedingungen von weiteren 29 Prozent der Beschäftigten an den Regelungen des Flächentarifvertrags, das ist ein Prozentpunkt mehr als 2019. „Im Vergleich zu 2019 hat sowohl die direkte Tarifbindung als auch die Zahl der Haus- und Firmentarifverträge leicht abgenommen. Die Orientierung am Flächentarif blieb aber konstant“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Ursachen für die seit vielen Jahren abnehmende Tarifbindung in Deutschland sind vielfältig und unterscheiden sich. „Die Gewerkschaften müssen zur Kenntnis nehmen, dass zu komplexe, überfrachtete und nicht der betrieblichen Wirklichkeit entsprechende Tarifverträge ein zu starres Korsett haben. Das ist für viele Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, nicht mehr umsetzbar. Wir stehen zur Tarifautonomie und zur Tarifbindung und brauchen zum Erhalt der Attraktivität einfache und flexible Tarifverträge“, so Brossardt.

„Auch ist es nötig, im Tarifbereich das Kostenniveau zu begrenzen sowie mit Öffnungsklauseln und dauerhaften variablen Elementen den Flächentarifvertrag für Firmen mit differenzierten Belangen attraktiver zu machen. Tarifverträge sollten Mindeststandards abbilden und einen Rahmen schaffen, aber nicht jedes Detail regeln“, verlangt Brossardt.

Brossardt wies darauf hin, dass Tarifbindung trotz allem kein Selbstzweck ist: „Wenn Unternehmen außerhalb des Flächentarifvertrags größere Erfolgschancen sehen, dann muss diese Freiheit erhalten bleiben. Daher stehen wir entschlossen zur grundgesetzlich geschützten Koalitionsfreiheit. Flächentarifverträge sind wichtig als `Richtschnur´ für passende Arbeitsbedingungen. Auch tarifungebundene Arbeitgeber gewährten attraktive Leistungen in Anlehnung an den Flächentarif.“