Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 09. April 2021

Pressemitteilung

Erste Bilanz: Resilienz erfordert noch konsequenteren Technologieeinsatz / Hatz: „Brauchen langfristige Strategie für Umgang mit zukünftigen Krisen“

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 Maximilian Stoib
Maximilian Stoib
Presse / Öffentlichkeitsarbeit
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Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft zieht eine erste Zwischenbilanz zu seinen Empfehlungen „Resilienz – Schlussfolgerungen aus der Corona-Pandemie“. Darin macht er deutlich: Auch wenn die Empfehlungen teilweise aufgegriffen worden sind, bleibt der Handlungsbedarf groß. Bereits im Juni 2020 veröffentlichte der Zukunftsrat seine Empfehlungen und zeigte auf, welche Schritte erforderlich sind, damit Bayern, Deutschland und Europa zukünftig resilienter und damit wettbewerbsfähiger werden.

Zu den Ergebnissen der Zwischenbilanz:
„Eine mittel- bis langfristige ganzheitliche Strategie für den Umgang mit Krisen wie der Corona-Pandemie ist derzeit kaum auszumachen. Gerade so eine Strategie ist als Basis für eine höhere Resilienz aber unabdingbar. Zwar wird Deutschland und Bayern von einem guten Gesundheitssystem und einer stabilen wirtschaftlichen Basis getragen, aber Gesellschaft und Wirtschaft haben nach wie vor schwer mit Corona zu kämpfen“, betont Wolfram Hatz, Vorsitzender des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft und Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Der Präsident der Technischen Universität München (TUM) und ebenfalls Vorsitzender des Zukunftsrats, Prof. Thomas F. Hofmann, setzt darauf, dass Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft den Corona-Wake-up-Call nutzen und in Zeiten des Wandels wachsamer und agiler neue Chancen aufgreifen: „Die Corona-Krise ist nicht die Ursache der historischen Veränderungen, sondern ein Katalysator, der uns auch die Versäumnisse des letzten Jahrzehnts ungeschminkt vor Augen hält. Eine Konsequenz muss sein, wesentlich mutiger auf gesellschaftsfähige Innovationen zu setzen und unsere technologische Souveränität auf Zukunftsfeldern zu behaupten. Der Freistaat hat das Potenzial, die Reputation und die Kraft, den Wandel zu gestalten. Dazu müssen wir nur geistig bereit sein und wieder mutig aus dem Schatten der Gewohnheit heraustreten!“

Eine zentrale Basis für den Aufbau resilienter Strukturen sieht der Zukunftsrat in digitaler Souveränität und generell in einem konsequenteren Technologieeinsatz: „Wir brauchen eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur. Dabei gilt es, alle Schlüsseltechnologien zu adressieren und vor allem innovative Ansätze aus der Grundlagenforschung schneller in die Praxis zu überführen. Das Beispiel der mRNA-Impfstoffe zeigt, dass es von enormem gesellschaftlichem Nutzen sein kann, wenn der Staat zielgerichtet Entwicklungs- und Markteinführungsrisiken übernimmt“, erklärt Hatz.

Viele der Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats sind bereits aufgegriffen worden, wie der deutliche Ausbau von Testkapazitäten oder die konsequente Fortführung und Beschleunigung der Hightech Agenda Plus des Freistaats Bayern. Sie setzt inmitten der Pandemie auf eine Beschleunigung wichtiger Projekte in verschiedenen Schlüsseltechnologien, unter anderem Künstliche Intelligenz, intelligente Robotik oder Clean Tech.

Teilweise besteht nach Ansicht des Zukunftsrats heute jedoch noch dringenderer Handlungsbedarf als im Sommer letzten Jahres. Wolfram Hatz macht deutlich: „Gerade was die Möglichkeiten der Digitalisierung angeht, hinken wir bei der Corona-Bekämpfung noch immer hinterher. Wir müssen die Einrichtungen unseres Gesundheitssystems besser vernetzen und verfügbare Daten intensiver nutzen. Außerdem müssen wir den wissenschaftlichen Fortschritt systematisch in die Praxis überführen. Die Rolle der Aerosole etwa ist inzwischen besser verstanden, die entsprechenden Erkenntnisse müssen jetzt Eingang in die Politik finden. Wir brauchen Strategien für eine weitgehende Rückkehr zur Normalität unter Wahrung des erforderlichen Gesundheitsschutzniveaus.“

Im Sinne einer langfristigen Resilienz fordert der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft darüber hinaus, Produktionsverfahren und -bedingungen am Standort nachhaltig zu verbessern und gezielt die europäische Perspektive zu stärken. „Eine globale Arbeitsteilung wird auch in Zukunft wichtig sein. Abhängigkeiten von essenziellen Gütern wie aktuell im Bereich der Pharmaproduktion können wir uns aber in Europa auf Dauer nicht leisten. Entscheidend ist hier, dass wir unter Nutzung intelligenter Automatisierungslösungen unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern“, stellt Hatz abschließend klar.

Die Zwischenbilanz sowie die Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft stehen unter www.vbw-zukunftsrat.de zum Download zur Verfügung.

Über den Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft

Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft versteht sich seit seiner Gründung im Jahr 2014 als Impulsgeber für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Technologie- und Innovationsstandorts Bayern. Er analysiert die großen technologischen Trends, die Bayern und Deutschland in den nächsten fünf bis zehn Jahren prägen und zeigt auf, welche Rahmenbedingungen in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und auch Gesellschaft erforderlich sind, um Innovationen zu fördern und in Wertschöpfung am Standort umzusetzen.

Weitere Informationen zum Zukunftsrat, seiner Zusammensetzung und Aktivitäten finden Sie auf www.vbw-zukunftsrat.de