Letzte Aktualisierung: 07. Februar 2020

Vorsprung Bayern

Rückblick – Infrastruktur / Prioritäten in Mittelfranken

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft trafen sich am 05. Februar 2020 in Nürnberg, um über zentrale Anliegen der Wirtschaft zur Infrastrukturgestaltung in Mittelfranken zu diskutieren. Mittelfrankens Infrastruktur besitze wertvolle Stärken, die allerdings regelmäßig zu überprüfen und bedarfsgerecht anzupassen seien, so Michael Fritzsch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Mittelfranken. Nur so werde eine hohe Standortqualität gewährleistet.

Verkehrsinfrastruktur bedarfsgerecht ausbauen

Udo Weingart, Mitglied des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Mittelfranken, sprach sich für eine integrierte Raum- und Mobilitätsplanung aus: Bei der Schaffung von Wohnraum müsse gleichzeitig auch der bedarfsgerechte Ausbau von Verkehrsangeboten erfolgen. Am zügigen kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs führe jedenfalls kein Weg vorbei.

Ümit Sormaz, OB-Kandidat für Nürnberg, sprach sich für mehr Sicherheit und Qualität im ÖPNV aus. Landrat Dr. Jürgen Ludwig lenkte den Fokus auf den ländlichen Raum. Gerade hier seien angesichts des Bevölkerungswachstums die ÖPNV-Angebote auszubauen. Zustimmung kam dazu von der OB-Kandidatin für Ansbach, Elke Homm-Vogel. Sie sah aber insbesondere die Notwendigkeit, eine Bedarfsanalyse zur Ermittlung notwendiger Angebotsverbesserungen durchzuführen.

Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass in den ÖPNV mehr investiert werden müsse. Auch die Attraktivität der Angebote spiele eine wichtige Rolle, um Verkehrsteilnehmer vermehrt zum Umstieg zu bewegen.

Digitale Netze flächendeckend stärken

Torsten Hahn, Leiter IT und QM bei der Speck Pumpen Walter Speck GmbH & Co. KG, machte deutlich, dass die Ausbaufortschritte mit dem schnell wachsenden Bedarf der Unternehmen nicht Schritt halten könnten. Dr. Jürgen Ludwig sprach sich dafür aus, die Ausbaupolitik stärker am Bedarf der kommenden Jahre zu orientieren. Thomas Zwingel gab zu bedenken, dass der Ausbau der digitalen Netze mit dem Ziel der Vollversorgung auf die Kommunen abgewälzt würde. Damit seien insbesondere kleinere Kommunen – trotz umfangreicher Fördermittel – oft überfordert. Torsten Hahn unterstrich die Wichtigkeit leistungsfähiger digitaler Netze für sein Unternehmen: Umfassende Services für die Kunden ließen sich nur mit einer flächendeckenden Versorgung sicherstellen.

Verena Osgyan, OB-Kandidatin für Nürnberg, machte den Unterschied zwischen Stadt und ländlichem Raum deutlich. In der Stadt sei man deutlich besser versorgt. Auch sehe man den Ausbau der Mobilfunknetze positiver. Marcus Steurer, Mitglied des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Mittelfranken, kritisierte in diesem Zusammenhang die Doppelmoral mancher Bürger, die einerseits eine schlechte Netzabdeckung bemängelten, aber andererseits den Bau neuer Funkmasten ablehnten.

Energieinfrastruktur sicher und nachhaltig aufstellen

Steurer zählte die zentralen Aufgaben für die Energieinfrastruktur auf. Dazu gehörten der Ausbau der dezentralen Energieerzeugung und der Stromnetze sowie die Entwicklung neuer Stromspeichertechnologien.

Die Podiumsteilnehmer stimmten darin überein, dass in Mittelfranken noch weitere Potenziale für die dezentrale Energieerzeugung bestünden. Udo Weingart machte aber deutlich, dass die Dezentralität immer mit höheren Kosten verbunden sei. Ganz auf die dezentrale Energieerzeugung könne man sich laut Verena Osgyan aber nicht verlassen – man werde auf die Nord-Süd-Stromleitungen nicht verzichten können, wofür geeignete Trassen gefunden werden müssen. Ümit Sormaz ergänzte, dass es auf den richtigen Mix der Stromerzeugung ankäme.

Akzeptanz verbessern, Umsetzung beschleunigen

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Akzeptanz der Bürger bei Infrastrukturvorhaben verbessert werden müsse. Thomas Zwingel sprach sich in diesem Zusammenhang für eine frühzeitige Einbindung der Betroffenen aus. Elke Homm-Vogel verwies in diesem Zusammenhang auf digitale Tools, die eine umfassende Information und Teilhabe der Bürger ermöglichten.

Auf dem Podium waren sich aber alle einig: Nach einem positiven demokratischen Entscheid gelte es, die Vorhaben zügig umzusetzen. Hier müssten alle gesetzlichen und verwaltungstechnischen Möglichkeiten genutzt werden.

Rückblick

Rückblick – Infrastruktur / Prioritäten in Mittelfranken
am 05.02.2020 in Nürnberg

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