Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2020

Vorsprung Bayern

Rückblick – Perspektiven des Arbeitsmarkts / vbw-Kongress: Perspektiven des Arbeitsmarkts / Strukturwandel als Chance für Dingolfing-Landau

„Zum Jahresbeginn 2020 ist der bayerische Arbeitsmarkt weiter robust. Gegenwärtig können wir uns noch über gute Werte freuen. Der Blick in die Zukunft hingegen fällt weniger optimistisch aus“, konstatierte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, zur Einführung in den vbw Kongress „Perspektiven des Arbeitsmarkts/Strukturwandel als Chance für Dingolfing-Landau“ am 16. Januar 2020 in Wallersdorf.

Brossardt erläuterte, warum die Situation sich durchaus ambivalent darstellt: „Diese Zahlen spiegeln nur den Ist-Zustand wider. Wir alle müssen uns daran gewöhnen, dass wir uns am Ende eines goldenen Konjunktur-Jahrzehnts befinden. Für Bayern rechnen wir für 2020 mit einem Wirtschaftswachstum von nur noch einem Prozent, die Arbeitslosigkeit ist bereits seit Juli 2019 leicht gestiegen. Hinzu kommt: Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften geht zurück. Im Landkreis Dingolfing-Landau waren Ende 2019 28,4 Prozent weniger Stellen offen als im Vorjahr. Gleichzeitig bleiben die Fachkräftebedarfe eine große Herausforderung für die Unternehmen.“

Mit Mut und Gestaltungswillen den Strukturwandel anpacken

Für Unternehmen wird es trotz der konjunkturellen Delle immer schwieriger, Personal mit der passenden Qualifikation zu finden. Industrieunternehmen, die wegen des Abschwungs bestimmte Jobs abbauen, klagen darüber, dass sie für andere Stellen keine geeigneten Kandidaten finden. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung muss es gelingen, dass möglichst viele Beschäftigte von heute die veränderte Arbeit von morgen leisten können. Um den Arbeitsmarkt auch für die Zukunft zu stabilisieren, brauchen die Unternehmen im Freistaat und besonders im Landkreis Dingolfing-Landau nach Ansicht der vbw Handlungsspielräume und Unterstützung, um sich auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung einzustellen.

Digitalisierung als Chance

„Wir dürfen keine Angst vor der Digitalisierung haben. Wir müssen sie vielmehr als Chance begreifen!“, so der vbw Hauptgeschäftsführer. „Entscheidend wird sein, dass der Fachkräftebedarf der Unternehmen so gut es geht gedeckt wird. Dazu ist es wesentlich, Arbeitnehmer für die Anforderungen der digitalen Transformation fit zu machen. Um noch mehr Mitarbeiter zu qualifizieren, brauchen die Betriebe einen direkten und verlässlichen Zugang zur Weiterbildungsförderung durch die Arbeitslosenversicherung“, betonte Brossardt.

Christian Bockes, Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass weiterhin ein Beschäftigungsaufbau stattfindet und ein fortwährend hoher Bedarf an Fachkräften erkennbar ist (s. Präsentation zu Zahlen und Fakten am Arbeitsmarkt).

vbw plädiert für ganzheitlichen Ansatz zur Fachkräftesicherung

Die vbw stemmt sich seit Jahren mit einem umfassenden Maßnahmen-Bündel gegen den Fachkräftemangel. Im Oktober 2018 wurde gemeinsam mit der bayerischen Staatsregierung beispielsweise die Initiative Fachkräftesicherung+ ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, bis 2023 etwa 250.000 zusätzliche Fachkräfte für die bayerische Wirtschaft gewinnen. Dazu sollen

  • die Bildungsbeteiligung durch eine ganze Reihe an Projekten und Aktivitäten weiter erhöht werden,
  • Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen qualifiziert und in den Arbeitsmarkt integriert werden,
  • die Erwerbsbeteiligung – von Älteren und speziell von Frauen! – weiter erhöht werden,
  • auch ausländische Fachkräfte verstärkt für unseren Arbeitsmarkt gewonnen werden.

Engagierte Podiumsdiskussion mit den Landratskandidaten

Bei der abschließenden Debatte, an der die Landratskandidaten von CSU, SPD und Grünen teilnahmen, wurde intensiv über den Wert der Aus- und Weiterbildung debattiert. . Für Dr. Bernd Vilsmeier, SPD, ist die Qualifizierung von Beschäftigten gerade im Verarbeitenden Gewerbe ein wichtiger Hebel, um für den Strukturwandel gewappnet zu sein. Deutschland, Bayern und der Landkreis Dingolfing-Landau müssten über Innovationen und Qualifizierungsmaßnahmen an der Spitze der Digitalisierung marschieren, so Vilsmeier.

Christine Aigner als Spitzenkandidatin der Grünen warnte vor zu starkem Flächenverbrauch in der Region. Sie plädierte dafür, die Möglichkeiten der Digitalisierung dafür zu nutzen, umweltschädliche Produktions- und Transportabläufe zu verhindern respektive effizienter zu machen.

Dem hielt CSU-Landratskandidat Werner Bumeder entgegen, dass gerade BMW als Leuchtturmunternehmen der Region eindrucksvoll vormache, wie bestehende Produkte durch moderne Technologien nicht bedrängt, sondern besser gemacht würden: „Ich bin stolz auf BMW“, so Bumeder. Aufgabe der Kommunalpolitik sei es, Wohlstand und Beschäftigung vor Ort durch wirtschaftsfreundliche Maßnahmen zu sichern.

Rückblick

Rückblick – Perspektiven des Arbeitsmarkts / vbw-Kongress: Perspektiven des Arbeitsmarkts / Strukturwandel als Chance für Dingolfing-Landau
am 16.01.2020 in Wallersdorf

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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung, Vereinbarkeit Familie und Beruf, gesund me, BGM/BGF

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Markus Meyer
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