Letzte Aktualisierung: 11. April 2019

Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft / Oberfranken

Rückblick – Gesundheit und Medizin – Chancen für Bayern

Bei der Veranstaltung des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft am 10. April 2019 in Weißenstadt wurde die vbw Studie Gesundheit und Medizin – Herausforderungen und Chancen vorgestellt. Einleitend betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Bedeutung des Themas Gesundheit für die Gesellschaft als Ganzes, die Kompetenzen am Standort Bayern, aber auch die hohen Kosten des Gesundheitssystems. Besonders wichtig sei es deshalb, mehr Effizienz in das System zu bringen, die Zukunftstechnologien aus dem Bereich Gesundheit und Medizin kraftvoll voranzutreiben und die richtigen Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen zu schaffen.

vbw Studie Gesundheit und Medizin – Herausforderungen und Chancen

Im Anschluss präsentierte Dr. Oliver Ehrentraut von der Prognos AG die zentralen Inhalte der Studie und zeigte auf, welche Trends und Herausforderungen schon heute das Gesundheitswesen maßgeblich beeinflussen und wie neue Technologien bei der Bewältigung der Veränderungen durch den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel oder Individualisierung und Urbanisierung helfen können. Darüber hinaus ging er auf die Bedeutung des Gesundheitsstandorts Bayern ein und erläuterte, welche Chancen sich für innovative bayerische Unternehmen ergeben. So wird beispielsweise für den Bereich mHealth bis 2020 ein Umsatzwachstum von 41 Prozent pro Jahr erwartet.

Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats

Aufbauend auf den Ergebnissen der Studie hat der Zukunftsrat Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft formuliert. Ziel ist dabei, nicht nur zusätzliche Wertschöpfung durch innovative Produkte, Geschäftsmodelle und Prozesse zu generieren, sondern auch den Gesundheitsstandort fit für künftige Herausforderungen zu machen.

Bei der Veranstaltung in Weißenstadt präsentierte Prof. Udo Lindemann, Ordinarius i. R. für Produktentwicklung der TU München, ausgewählte Handlungsempfehlungen zum Thema Telemedizin. Sie verspricht große Verbesserungen, etwa für die medizinische Versorgung in der Fläche, die Nachsorge oder auch für die Versorgung von Notfallpatienten. Mit der Peritonealdialyse stellt Prof. Roger Jaeckel von der Baxter Deutschland GmbH eine Behandlungsmöglichkeit vor, mit der Nierenpatienten eine Dialyse von zu Hause aus durchführen können. Durch den Einsatz einer cloudbasierten telemedizinischen Technologie werden die vom Dialysegerät registrierten Behandlungsdaten nach Abschluss der Sitzung an den behandelnden Nephrologen übermittelt. So kann das Therapiemanagement sicherer, zeitnah und zugleich unabhängig von Sprechzeiten und Vor-Ort-Besuchen gestaltet werden. Prof. Lindemann führte danach aus, dass es für eine gute Versorgung entscheidend sei, neue Technologien stärker zu nutzen und die Telemedizin schneller in die Fläche zu bringen. Insgesamt müssten dafür auch mehr Transparenz in das System gebracht, der Informationsfluss verbessert und die Akzeptanz von telemedizinischen Lösungen erhöht werden.

Anschließen präsentierte Prof. Thomas Hamacher vom Lehrstuhl für Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme der TU München ausgewählte Handlungsempfehlungen zum Thema Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Die Digitalisierung müsse gezielt vorangetrieben und gefördert werden, um neue Technologien stärker zu nutzen und Prozesse zu optimieren. Jedes Unternehmen sollte deshalb eine Digitalisierungsstrategie entwickeln, um die eigene Rolle in der digitalen Transformation so zu gestalten, dass Potenziale und Möglichkeiten optimal genutzt werden können. Dafür ist auch die Steigerung der Akzeptanz bzw. das Abbauen von Vorbehalten notwendig. Zum Einstieg in die Thematik stellten Anselm Appel und Arbia Bejaoui von der 42 Digital Business Solutions GmbH eine Software vor, die bei der Digitalisierung von Prozessen in Kliniken und Praxen eingesetzt wird.

Natürlich konnte bei der Veranstaltung nur ein Ausschnitt vorgestellt werden. Die vollständigen Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats stehen hier zum Download zur Verfügung.

Diskussionsrunde Frag den Rat

In der von der vbw Geschäftsführer Oberfranken Patrick Püttner moderierten Diskussionsrunde stellten sich Prof. Thomas Hamacher, Prof. Udo Lindemann und Bertram Brossardt den Fragen der Besucher. Diskutiert wurde u. a. über das Thema Datensicherheit, die elektronische Patientenakte und den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen.

Neben der 42 Digital Business Solutions GmbH und der Baxter Deutschland GmbH stellten auch die TU Chemnitz und das Siebenquell GesundZeitResort Produkte und innovative Ideen aus dem Bereich Gesundheit und Medizin vor. Weitere Beispiele mit kurzen Videoportraits finden Sie auch auf der Homepage des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft .

Rückblick

Rückblick – Gesundheit und Medizin – Chancen für Bayern
am 10.04.2019 in Weißenstadt


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Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Christina Hans

Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft

+49 (0)89-55 178-249
Christina Hans
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