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vbw Fokusthemen/Russland/Ukraine/Wirtschaftshilfen

Letzte Aktualisierung: 18. August 2022

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Update: Höhe der Gasumlage und weiterer Umlagen festgesetzt

Am 15. August 2022 hat die Trading Hub Europe (THE), verantwortlich für das gesamtdeutsche Gasmarktgebiet, die Höhe der Gasbeschaffungsumlage („Gasumlage") verkündet. Sie liegt bei 2,419 Cent pro Kilowattstunde und wird ab Oktober bei allen Gaskunden erhoben. Damit sollen Gasimporteure, die im Zuge der Reduzierung der russischen Gaslieferungen zu hohen Preisen Ersatz beschaffen müssen, vor der Insolvenz bewahrt und Kaskadeneffekte in der Energiewirtschaft vermieden werden. Die Gasumlage wurde am 04. August 2022 mit einer Rechtsverordnung nach § 26 Energiesicherungsgesetz (EnSiG) vom Bundeskabinett beschlossen.

Weitere Umlagen auf den Gaspreis

Neben der Gasbeschaffungsumlage können noch weitere Belastungen auf die Gaskunden zukommen. Am 18. August 2022 hat die THE die Höhe der neu eingeführten Gasspeicherumlage nach § 35e Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) auf 0,059 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Die Gasspeicherumlage soll die Kosten für die Einspeicherung von Gas zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit decken. Sie wird ab Oktober 2022 bis März 2025 von der THE eingezogen. Die Umlage fällt vergleichsweise gering aus, da bei der Ausspeicherung wieder Einnahmen entstehen.

Die beiden bereits seit Jahren existierenden Bilanzierungsumlagen zur Finanzierung des Einsatzes von Ausgleichs- und Regelenergie lagen zuletzt bei 0,0 Cent und werden auf 0,57 Cent pro Kilowattstunde für SLP-Kunden (private Haushalte, Gewerbe) beziehungsweise auf 0,39 Cent pro Kilowattstunde für RLM-Kunden (Industrie) ansteigen. Regelenergie wird benötigt, um Druckschwankungen im Leitungsnetz auszugleichen. Auch die geplante Gasauktionsplattform wird über diese Umlagen finanziert.

Es ist noch unklar, ob und wie die Gasspeicherumlage und die Bilanzierungsumlagen auf den Endverbraucher umgelegt werden.

Bedeutung für die Industrie

Die Gasbeschaffungsumlage stellt eine erhebliche Mehrbelastung insbesondere für Unternehmen mit hohem Gasverbrauch dar. Das fällt umso stärker ins Gewicht, als es sich um eine rein nationale Lösung handelt. Ein Abstufungsmodell (z. B. nach dem Vorbild der Besonderen Ausgleichregelung im EEG) oder Ausnahmen für besonders stark betroffene Unternehmen sind bisher nicht vorgesehen. Aktuell ist es lediglich unter engen Voraussetzungen im Rahmen des Energiekostendämpfungsprogramms (EKDP) möglich, einen temporären Zuschuss zu den Energiekosten zu beantragen.

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