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Letzte Aktualisierung: 26. November 2020

vbw relaunch/Termine | Wirtschaft im Dialog | Online

Rückblick – 17. Wirtschaftsforum Mainfranken – Arbeit im Alter

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 Michael Bischof
Michael Bischof
Geschäftsführer der vbw Bezirksgruppe Unterfranken
+49 (0)931-322 09-0 +49 (0)173-352 28 49

Beim 17. Wirtschaftsforum Mainfranken der vbw Bezirksgruppe Unterfranken und der Region Mainfranken GmbH am 25.11.2020 in Würzburg erklärte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen vor 180 Online-Zuschauern zum Thema „Arbeit im Alter“: „Ältere Menschen sind das größte und wichtigste Reservoir des Arbeitsmarktes, das mehr genutzt werden muss. Die Menschen bleiben länger gesund und werden immer älter. Der heute 70-Jährige ist wesentlich fitter als der 60-Jährige in den 60er-Jahren.“ Deshalb müsse die Lebensarbeitszeit verlängert und in das Rentensystem ein Lebenserwartungsfaktor eingeführt werden, sonst sei die Rentenversicherung nicht nachhaltig und das gehe zu Lasten der Jüngeren, so Raffelhüschen.

Die Grundrente muss abgeschafft werden

Er forderte vehement die Rücknahme der vorgezogenen Altersrente mit Abschlägen und die Abschaffung der Grundrente, da diese das Äquivalenzprinzip durchbreche, was ein Systembruch und auch nicht fair sei.

Ältere bzw. Ruheständler helfen gegen Fachkräftemangel

Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Unterfranken der vbw wies in der Einführung auf das große Potenzial von Älteren bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels hin: „Ältere verfügen über einen großen Erfahrungsschatz, der sie für Unternehmen besonders wertvoll macht. Zudem haben sie mit spezifischen Stärken zum Beispiel in der Risikoeinschätzung auch die Nase vorn gegenüber den Jüngeren. Für die bayerische Wirtschaft steht außer Frage, dass wir vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine höhere und längere Erwerbsbeteiligung Älterer benötigen.“

Alle Akteure sollten sich gegen den Fachkräftemangel stemmen

Im Wettbewerb der Regionen gelte es, Herausforderungen wie Fachkräftemangel im regionalen Schulterschluss zu bewältigen, betonte der Vorsitzende der Region Mainfranken GmbH, Landrat Wilhelm Schneider. Dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile zeige auch die Partnerschaft mit den Unternehmen im Rahmen der Fachkräftekampagne „Mainfranken - wie für Dich gemacht!“ – hier habe man als Standort wesentlich mehr Schlagkraft als wenn jeder Landkreis für sich alleine werbe.

Man muss den immensen Erfahrungsschatz der Alten nutzen

Dr. Georg Hanen, ehemaliger Geschäftsführer der Bosch Management Support GmbH, erklärte: „Mit den Senior-Experten bleibt das über Jahrzehnte erworbene Wissen in den Unternehmen erhalten. Gleichzeitig bekommen jüngere Mitarbeitende die Möglichkeit, von den erfahrenen Ruheständlern zu lernen. Generationsübergreifende Teams gleichen Schwächen gut aus und können unterschiedliche Stärken besser nutzen. Teams, die unterschiedliche Altersgruppen umfassen, erzielen wirtschaftlich bessere Ergebnisse“. Er betonte auch, dass das Arbeitsrecht flexibler werden müsse, um das Weiterarbeiten im Rentenalter besser zu ermöglichen.

Wie einsatzfähig ältere Mitarbeitende sind, hob Prof. Dr. Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor des Orthopädischen Krankenhauses Werneck, hervor: „Die Medizin kann heute viel dafür tun, dass Altersbeschwerden später eintreten, die Menschen länger gesund, fit, mobil und damit auch arbeitsfähig bleiben. Sie sind dann hoch motiviert und wollen gebraucht werden.“

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) hilft allen

Jürgen Zips, stellvertretender Geschäftsführer der DRV Deutsche Rentenversicherung Nordbayern forderte: „Wir brauchen Anreize, damit die, die länger arbeiten möchten, auch länger arbeiten können und dürfen. Wir beraten auch gerne Arbeitergeber über Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, das ein wichtiges Instrument darstellt, um die Gesundheit und die Motivation älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten.“

Rückblick

17. Wirtschaftsforum Mainfranken – Arbeit im Alter
am 25.11.2020 in Online