Die bayerische Wirtschaft

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Themen und Services/Konjunktur/Bayern + Deutschland

Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2022

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BIP-Prognose Bayern 2022

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 Volker Leinweber
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Die bayerische Wirtschaft hat den Einbruch der Corona-Krise noch nicht überwunden, der konjunkturelle Erholungsprozess kam ab dem Sommer 2021 erneut ins Stocken. Mit voraussichtlich 2,7 Prozent wird das bayerische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 schwächer gewachsen sein als erhofft. Für das Jahr 2022 prognostiziert die vbw ein Wirtschaftswachstum in Bayern um 3,4 Prozent. Das Vorkrisenniveau wird damit wieder erreicht werden.

Rückblick 2021

Die zweite und dritte Corona-Welle hatten den konjunkturellen Aufholprozess bereits im Winter 2020/2021 wieder gestoppt. Im Zuge der schrittweisen Öffnung aller Wirtschaftsbereiche ab dem Frühjahr setzte dann ein spürbarer Erholungsprozess ein. Dieser wurde vor allem von den konsumnahen Branchen getragen, die im vorherigen Lockdown geschlossen waren: Gastronomie, Hotellerie, Kultur, Freizeit und stationärer Einzelhandel.

Die Industrie war vom zweiten Lockdown im Winter 2020/2021 weniger betroffen, sie geriet aber zunehmend durch die internationalen Lieferengpässe und den Mangel an Rohstoffen, Materialien und Vorprodukten unter Druck. Die hohe und steigende Nachfrage konnte angesichts der Knappheiten nicht bedient werden. So war die Industrieproduktion im Freistaat im Jahresverlauf abwärts gerichtet, die Kapazitätsauslastung ging zurück. Die Bauwirtschaft und das Handwerk waren ebenfalls schon frühzeitig vom Materialmangel betroffen.

Nach und nach bekamen immer mehr Branchen die Lieferengpässe zu spüren, in deren Folge die Transportkosten und Einkaufspreise massiv stiegen. Die heftige vierte Corona-Welle im Herbst kam als weiterer Unsicherheits- und Belastungsfaktor für die Wirtschaft hinzu und sorgte für eine Stagnation der Wirtschaftsleistung zum Jahresende.

Der Arbeitsmarkt hat sich gut von der Corona-Krise erholt. Im Oktober lag die Arbeitslosenquote in Bayern erstmals seit Beginn der Pandemie wieder unter drei Prozent. Der Corona-bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit konnte zu mehr als 80 Prozent wieder abgebaut werden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt sogar wieder über dem Vorkrisenniveau.

Ausblick 2022

Die schwache Wirtschaftsentwicklung wird sich nach dem Jahreswechsel fortsetzen. Das Infektionsgeschehen angesichts der neue Omikron-Virusvariante und die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung werden die Wirtschaft auch im ersten Quartal 2022 kaum wachsen lassen. Hinzu kommen die unverändert anhaltenden Liefer- und Materialengpässe.

Für das zweite Quartal ist eine Gegenreaktion zur Stagnation im Winterhalbjahr zu erwarten, die für eine positive Wachstumsrate sorgt. Dies gilt vor allem für die konsumnahen Bereiche. In der Industrie wird die Entwicklung angesichts der Materialengpässe schwach bleiben. Ab der Jahresmitte kann darauf gehofft werden, dass der Material- und Vorproduktmangel beginnt, sich langsam aufzulösen. Dies wird in der zweiten Jahreshälfte für etwas stärkere Wachstumsimpulse sorgen. In der Folge ist auch eine weitere Entspannung bei der Inflation zu erwarten, die bereits zum Jahreswechsel wegen des Auslaufens von Sondereffekten ein gutes Stück zurückgehen wird.

Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird sich fortsetzen und das Vorkrisenniveau spätestens im Frühjahr wieder erreicht sein. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt hoch. Der bereits jetzt virulente Arbeits- und Fachkräftemangel wird sich im Jahr 2022 verstärkt fortsetzen und droht, ein weiterer Engpassfaktor die bayerische Wirtschaft zu werden.

Insgesamt geht die vbw für 2022 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Bayern um 3,4 Prozent aus, wobei die Hoffnung hier vor allem auf der zweiten Jahreshälfte liegt. Voraussetzung ist einerseits, dass ab Sommer eine Entspannung bei Lieferengpässen und Materialmangel einsetzt, andererseits, dass eine erneute Corona-Welle im Herbst 2022 vermieden bzw. ohne nennenswerte Einschränkungen unter Kontrolle gehalten werden kann. Mit dem prognostizierten Wachstum würde das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden.

Information

BIP Prognose Bayern 2020