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Letzte Aktualisierung: 21. Januar 2022

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Vorschläge der EU-Kommission für Ratsempfehlungen zu individuellen Lernkonten und Microcredentials

Kontakt
Sarah Schmoll
Integration von Geflüchteten, MINT-Talentförderung, Projekte
Telefon +49 (0)89-551 78-218

Die Europäische Kommission hat am 10. Dezember 2021 Vorschläge für Empfehlungen des Rates zu individuellen Lernkonten und Microcredentials vorgelegt. Die Zielsetzung der Kommission ist es, dass bis 2030 mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen jährlich an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen können.

Individuelle Lernkonten

Die EU-Kommission schlägt vor, individuelle Lernkonten einzurichten, um allen erwachsene EU-Bürgern im erwerbsfähigen Alter Weiterbildungsansprüche zu gewähren.

Wir bewerten den Vorschlag zu individuellen Lernkonten kritisch und lehnen ihre Einführung ab. Damit schließt sich die vbw den Bewertungen von BDA und Gesamtmetall an. Einer Kultur des lebenslangen Lernens steht die vbw positiv gegenüber. Die Unternehmen zeigen großes Engagement bei der betrieblichen Weiterbildung, denn sie investieren bundesweit jährlich rund 41,3 Milliarden Euro in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter. Die Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter*innen müssen am betrieblichen Bedarf ausgerichtete sein, (gesetzliche) Ansprüche auf Weiterbildung lehnt die Wirtschaft daher ab. Zu klären wären zudem Umsetzungs- und Koordinationsmöglichkeiten sowie die Frage, wie eine Vergleichbarkeit der vielfältigen Bildungsangebote erreicht werden kann.

Microcredentials

Wir befürworten, wie auch BDA und Gesamtmetall, die Einführung der Microcredentials. Mit der vorgeschlagenen Ratsempfehlung legt die Kommission einen sinnvollen europäischen Ansatz für eine einheitliche Definition von Microcredentials vor. Die Einführung kann dazu beitragen die Qualität, Transparenz und Akzeptanz von kurzen Lernerfahrungen europaweit zu verbessern. Dabei hat die Kommission die Vorschläge der Arbeitgebervertreter in der vorausgegangenen Sozialpartneranhörung berücksichtigt. Es ist keine zwingende einheitliche Systematik für die Einordnung von Microcredentials in europäische Systeme wie z. B. ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) oder den Europäischen bzw. Nationalen Qualifikationsrahmen vorgesehen. Die vbw befürwortet den Vorschlag zu den Microcredentials, da er zur Verbesserung der Lernmöglichkeiten aller Bürger beitragen kann und dabei auf Überregulierung der Weiterbildung verzichtet.