Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 07. Mai 2021

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Europa im globalen Wettbewerb

 Volker Leinweber
Volker Leinweber
Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen
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Europa im globalen Wettbewerb
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Ein starker Standort vor großen Herausforderungen

Europa ist ein starker Wirtschaftsraum, verliert global aber sukzessive an Bedeutung, sowohl als Produktionsstandort als auch als Absatzmarkt. Die Länder der EU sind nach wie vor bedeutende Industriestandorte, doch sie büßen an internationaler Wettbewerbsfähigkeit ein – nicht nur gegenüber den dynamisch wachsenden Schwellenländern, sondern auch im Vergleich zu anderen Industriestaaten.

Starker Binnenmarkt, der in der Weltwirtschaft eng verflochten ist

Die Integration im europäischen Binnenmarkt ist für die europäischen Volkswirtschaften von großer Bedeutung, aber die EU ist auch mit den anderen Weltregionen eng vernetzt, wodurch Wertschöpfung und Beschäftigung in Europa gesichert werden.

Als starker, selbstbewusster Wirtschaftsraum für freien Handel eintreten

Die EU muss den internationalen Wettbewerb annehmen und die großen Chancen auf den neuen Märkten ergreifen. Sie muss bewährte Partnerschaften erhalten und gleichzeitig neue Kooperationen eingehen. Zugleich muss sie den globalen Freihandel entschlossen verteidigen. All dies kann sie nur mit Selbstbewusstsein aus einer Position der Stärke heraus angehen. Dazu muss sie den Einigungsprozess gezielt intensivieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit mit einer wirtschafts- und innovationsfreundlichen Politik verbessern.

Das heißt konkret:

  • Europa muss auf Freihandel und Globalisierung setzen. Freihandel und internationale Arbeitsteilung führen zu Wohlstand und Beschäftigung. Gerade Europa ist auf einen freien Waren- und Dienstleistungshandel angewiesen, weil es demografiebedingt an Wachstumspotenzial verliert.
  • Europa muss seinen Standort und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Um weiterhin von der Globalisierung profitieren zu können, braucht Europa einen wettbewerbsfähigen Standort, an dem Wertschöpfung, Investitionen und Innovationen möglich sind, vor allem im industriellen Bereich.
  • Europa muss als Wirtschaftsraum stärker werden. Nur eine geeinte und intern gestärkte EU kann nach außen stark und selbstbewusst auftreten. Dazu muss der Binnenmarkt vollendet werden.
  • Europa muss sich für den regelbasierten Welthandel stark machen. Die EU muss sich gemeinsam mit möglichst vielen Partnern für eine Reform der Welthandelsorganisation WTO einsetzen, um wieder ein verlässliches und faires multilaterales Handelssystem sicherzustellen.
  • Europa muss bilaterale Handelspartnerschaften forcieren. Parallel zu einer Reform der multilateralen Welthandelsordnung sollte die EU auch bilaterale Abkommen mit wichtigen Wirtschaftsräumen vorantreiben, um vom Freihandel zu profitieren und ein klares Signal gegen Protektionismus zu setzen.
  • Europa muss zu den USA und zu China gute Beziehungen unterhalten. Es ist im europäischen Interesse, sowohl mit den USA als auch mit China gute und stabile Wirtschaftsbeziehungen zu unterhalten. Die EU muss der zunehmenden Bipolarisierung der Weltwirtschaft entgegenwirken und als eigenständiger Wirtschaftsraum agieren.
  • Europa muss für fairen Wettbewerb eintreten. Die EU muss ihre handelspolitischen Instrumente weiterentwickeln, um ihren Markt und ihre Unternehmen vor unlauteren Handelspraktiken und vor der Einflussnahme staatlich subventionierter Unternehmen zu schützen.