Die bayerische Wirtschaft

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Themen und Services/Europa

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2021

Politischer Dialog Brüssel

EU-Vorhaben zu nachhaltigen Lieferketten – Auswirkungen für Unternehmen

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 Beate Neubauer
Beate Neubauer
CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitswirtschaft, FKS+
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Zusammen mit der Vertretung des Freistaats Bayern bei der Europäischen Union hat die vbw am 10. Dezember 2021 im Rahmen eines Politischen Dialogs online diskutiert, welche Auswirkungen die angestrebten EU-Vorhaben zu nachhaltigen Lieferketten für Unternehmen haben.

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte in seinem Eingangsstatement, dass die Unternehmen in Deutschland und Bayern ohne Wenn und Aber die Einhaltung von Menschenrechten sowie von Sozial- und Umweltstandards sicherstellen wollen. Seitens der vbw bestehen aber erhebliche Zweifel, ob die angedachten gesetzlichen Regelungen auf europäischer Ebene hierzu zielführend sind. Die Grenzen des unternehmerischen Engagements müssen anerkannt und die Sorgfaltspflichten auf direkte Zulieferer begrenzt werden.

Ähnlich äußerte sich auch der Bayerische Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Roland Weigert MdL. Er bezweifelte, dass die geplanten Vorgaben praxisnah umgesetzt werden können und mahnte eindringlich davor, ein Bürokratiemonster zu erschaffen. Überzogene oder unklare Vorgaben würden dazu führen, dass sich Unternehmen aus schwierigen Lieferländern zurückziehen. Damit würde das ursprüngliche Ziel konterkariert.

Lieferkettenmanagement in der unternehmerischen Praxis In einem anschließenden Unternehmenspanel präsentierten Ferdinand Geckeler, Projektleiter Umwelt- und Sozialstandards im Lieferantennetzwerk bei der BMW Group, und Frank Henke, Senior Vice President Sustainability Policy & Engagements bei der Adidas Group, wie Sorgfaltspflichten schon heute in der Praxis umgesetzt werden. Es wurde deutlich, dass der Aufbau eines entsprechenden Lieferantenmanagementsystems aufwendig ist und sich dieses über Jahre hinweg entwickeln muss.

Diskussion mit Vertreter*innen aus dem Europäischen Parlament In der abschließenden Podiumsdiskussion brachten Heide Hautala MdEP, Vizepräsidentin, EFA, und Axel Voss MdEP, EVP, noch die Perspektive des Parlaments ein und skizzierten mögliche Ansätze für eine entsprechende EU-Richtlinie. Kritisch wurde insbesondere diskutiert, ab welcher Unternehmensgröße die Vorgaben gelten sollen, ob die komplette Wertschöpfungskette erfasst werden soll und eine Haftung der Unternehmen vorgesehen werden sollte.

Teilnehmer*innen der Veranstaltung

  • Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw
  • Roland Weigert MdL, Staatssekretär, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
  • Ferdinand Geckeler, Projektleiter Umwelt- und Sozialstandards im Lieferantennetzwerk, BMW Group
  • Frank Henke, Senior Vice President Sustainability Policy & Engagements, Adidas Group
  • Heide Hautala MdEP, Vizepräsidentin, EFA
  • Axel Voss MdEP, EVP
  • Moderation: Ulrich Schäfer, stv. Chefredakteur, Süddeutsche Zeitung