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Letzte Aktualisierung: 20. November 2020

Themen und Services/Europa | Information

EU-Kommission stellt Kompetenzpakt vor

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 Isabell Grella
Isabell Grella
Berufliche Bildung, Weiterbildung und Projekte
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Die Europäische Kommission hat am 10. November 2020 im Rahmen der "Europäischen Woche der beruflichen Bildung" den sogenannten Kompetenzpakt vorgestellt. Der Pakt besteht aus Kompetenzpartnerschaften zwischen Branchenakteuren, die es zum Ziel haben, Weiterbildungs- und Umschulungszusagen umzusetzen. Der Fokus liegt auf jenen Branchen, die von der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind. Eine Mitwirkung steht jedoch allen Branchen offen. Der Kompetenzpakt ist eine der Leitinitiativen der Europäischen Kompetenzagenda, die am 01. Juli 2020 vorgestellt wurde.

Zielgruppe

Mit dem Kompetenzpakt sollen öffentliche und private Investitionen mobilisiert werden und Interessenträger motiviert werden, gemeinsame Maßnahmen für die Weiterbildung und Umschulung von Arbeitskräften zu ergreifen. Interessenträger wie etwa Arbeitgeber, Industrie, Sozialpartner, Kammerorganisationen, Behörden, Bildungs- und Berufsbildungsanbieter und Arbeitsvermittlungen werden aufgerufen, klare Zusagen für Investitionen in die Berufsbildung zu machen.

Beitritt zum Pakt

Grundsätzlich kann der Pakt von einzelnen Unternehmen, regionalen und lokalen Partnerschaften, sektoralen und sektorübergreifenden Partnerschaften und Sozialpartnern im Rahmen von zwei- und dreiseitigen Vereinbarungen geschlossen werden.

  • Voraussetzung für eine Teilnahme ist die Unterzeichnung einer Charta, in der die genannten Interessenträger ihre konkreten Weiterbildungsziele anhand von Prinzipien und Kriterien festschreiben und später überwachen können.
  • Durch den Beitritt zum Pakt erhalten die Interessenträger Zugang zu Plattformen für Vernetzung, Wissensaustausch und Ressourcen.
  • Die Kommission will Informationen und Orientierungshilfen zu Finanzierungsangeboten und Programmen der EU im Bereich Kompetenzen anbieten und hierfür eine zentrale Anlaufstelle auf EU-Ebene einrichten.

Details zu den Voraussetzungen für einen Beitritt, zu den Vorteilen einer Mitwirkung und zur Umsetzung des Paktes finden Sie hier . Interessenträger, die sich dem Pakt anschließen möchten, müssen dieses Formular online ausfüllen.

Kompetenzpartnerschaften

Die ersten europäischen Kompetenzpartnerschaften wurden in den folgenden Branchen geschlossen. Weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Beschäftigungskommissar Nicolas Schmit und Binnenmarktkommissar Thierry Breton wollen in den nächsten Wochen eine Reihe weiterer Gespräche mit Vertreter*innen der Interessenträger führen:

  • Automobilindustrie (z. B. ACEA, CEEMET): Es sollen sich jährlich 700.000 Arbeitskräfte fortbilden. Dies erfordere private und öffentliche Investitionen in Höhe von insgesamt sieben Milliarden Euro. Den Anfang machen regionale Pilotprojekte.
  • Mikroelektronik (z. B. SEMI Europe): Es sollen für mehr als 250.000 Arbeitnehmer*innen und Lernende im Zeitraum 2021 bis 2025 Weiterbildungs- und Umschulungsangebote bereitgestellt werden. Hierfür sind öffentliche und private Investitionen in Höhe von insgesamt zwei Milliarden Euro vorgesehen.
  • Luft- und Raumfahrt und Verteidigung (z. B. ASD): Es sollen sich jährlich etwa 200.000 der Arbeitskräfte weiterbilden, 300.000 Personen sollen sich für den Eintritt in die Branche umschulen. Hierfür sind in den kommenden zehn Jahren öffentliche und private Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro vorgesehen.

Bewertung

Die Entscheidung, ob ein Beitritt zum Pakt und Branchenpartnerschaften sinnvoll und die Zusage konkreter Weiterbildungsziele realisierbar sind, ist individuell zu treffen.