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Außenwirtschaft/Auslandsmärkte + Export | Information

EU-Vietnam-Freihandelsabkommen

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Am 08. Juni 2020 hat die vietnamesische Nationalversammlung das EU-Freihandelsabkommen sowie das separate EU-Vietnam-Investitionsschutzabkommen ratifiziert. Das EU-Parlament hatte dem Freihandelsabkommen (EUVFTA) bereits am 12. Februar 2020 zugestimmt. Mit der Ratifizierung hat das EU-Vietnam-Freihandelsabkommen die letzte Hürde genommen. Das Abkommen trat am 01. August 2020 in Kraft. Da allein 33 Prozent aller EU-Exporte nach Vietnam aus Deutschland kommen, ist das Abkommen insbesondere für deutsche Unternehmen interessant.

Zollabbau

Aufgrund des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Vietnam werden mehr als 99 Prozent der Zölle für Ursprungswaren abgebaut. Es sieht einen sofortigen vietnamesischen Zollabbau für rund 65 Prozent der Ursprungswaren der EU vor. Für von Vietnam als sensibel oder hochsensibel eingestufte Importwaren gilt ein stufenweiser Zollabbau in bis zu zehn Jahren.

So können beispielsweise fast sämtliche Maschinen und Anlagen mit Ursprung in der EU nach Inkrafttreten zollfrei in Vietnam eingeführt werden, für PKW gilt ein Zollabbau in bis zu zehn Jahren, für Kraftfahrzeugteile in sieben Jahren. Für 70 Prozent der EU-Exporte von chemischen Erzeugnissen nach Vietnam gilt nach Inkrafttreten Zollfreiheit, für den Rest ist ein stufenweiser Zollabbau von drei, fünf oder sieben Jahren vorgesehen.

Im Gegenzug schafft die EU Zölle für rund 84 Prozent der vietnamesischen Ursprungswaren mit Inkrafttreten des Abkommens ab. Innerhalb von sieben Jahren werden die übrigen Zölle abgebaut sein. Ausgenommen sind einige wenige landwirtschaftliche Produkte.

Ursprungsregeln

Die Ursprungsregeln im Abkommens orientieren sich an den EU-Regeln des Allgemeinen Präferenzsystems (APS) gegenüber Entwicklungsländern. Dabei handelt es sich um einseitige Zollbegünstigungen der EU für Waren mit Ursprung in Entwicklungsländern.

Das Abkommen orientiert sich weiterhin an den Regeln des Freihandelsabkommen mit Singapur. Für Waren, die nicht vollständig in der EU oder Vietnam hergestellt wurden, gelten produktspezifische Regeln. Diese legen fest, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, dass eine Ware die Herkunftsbezeichnung „EU“ oder „Vietnam“ erhält, die dann die vereinbarten Zollbegünstigungen begründet.

Ursprungsnachweis

Als Ursprungsnachweis wird für EU-Exporteure das neue vereinfachte Selbstzertifizierungsverfahren des registrierten Ausführers (REX) gelten, wobei nach Registrierung in der Datenbank der Exporteur eine Ursprungserklärung nach vorgeschriebenem Wortlaut auf der Handelsrechnung abgeben kann.

Erstmalig in einem Freihandelsabkommen mit der EU wird Vietnam neben den nationalen Ursprungskennzeichnungen der EU-Länder auch die Kennzeichnung „Made in EU“ für Industrieerzeugnisse akzeptieren.

Den vollständigen Wortlaut des Abkommens finden Sie hier .