Letzte Aktualisierung: 08. Oktober 2020

Preisverleihung

Rückblick – Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft 2020

Roman Herzog Forschungspreis verliehen

Zum siebten Mal wurde am 07. Oktober 2020 der Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft verliehen, erstmals im Rahmen einer Online-Veranstaltung. In diesem Jahr wurden drei junge Wissenschaftler*innen ausgezeichnet, die sich in ihren Forschungsarbeiten mit den Themen Crowdfunding, Rechtswettbewerb und den sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit befasst haben.

"Die Soziale Marktwirtschaft habe sich auch unter schwierigen Bedingungen bewährt", so Professor Randolf Rodenstock, Vorstandsvorsitzender des Roman Herzog Instituts, in seiner Begrüßung. Unsere Wirtschaftsordnung ermögliche es den Unternehmen, nach immer neuen und kreativen Wegen zu suchen – „das führt zu Innovation und Resilienz, die uns in diesen Zeiten zugutekommen“. Der mit insgesamt 35.000 Euro dotierte Preis wird von der vbw unterstützt und gefördert.

Um den Schutz des Wettbewerbs angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit ging es in der Festrede von Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. „Covid-19, die Digitalisierung sowie der Aufstieg staatlicher Unternehmen in der Weltwirtschaft sind für uns eine echte Bewährungsprobe“, sagte Mundt. Mit Blick auf die Machtkonzentration großer digitaler Unternehmen plädierte er dafür, das Wettbewerbsrecht zu stärken. Zunehmend sei der Wettbewerb auch durch Unternehmen aus staatlich gelenkten Volkswirtschaften gefährdet. Hier gelte es, faire Bedingungen zu schaffen und ein "Level Playing Field" herzustellen. Schließlich habe auch die Corona-Pandemie zu Schieflagen im Wettbewerb geführt. Staatliche Eingriffe seien aktuell zwar gerechtfertigt, sie müssten jedoch nach der Krise so schnell wie möglich beendet werden und dürften nicht das „künstliche Überleben“ von Unternehmen sichern, die schon vorher wirtschaftlich angeschlagen waren.

Marktwirtschaft im Stresstest

In seinem Grußwort warnte vbw Präsident Wolfram Hatz davor, unter dem Eindruck des aktuellen Corona-Krisenmanagements staatsgläubig zu werden. Der Staat sei nicht der bessere Unternehmer. Um die Krise nachhaltig zu überwinden, komme es auf eine funktionierende Marktwirtschaft an. Wirtschaftliche Stärke hinge entscheidend von der Innovationsfähigkeit der Unternehmen ab. „Nicht Subvention, sondern Innovation ist die beste Medizin gegen Rezession“, sagte Hatz. Aktuell sieht er die Marktwirtschaft außerdem durch eine wachsende Zahl von Staatskritikern bedroht. Wer sich nicht an die Regeln zum Infektionsschutz halte, riskiere schwerwiegende gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen und schade dem Gemeinwesen. Die Arbeiten der jungen Preisträger würdigte er als wertvolle Beiträge, um die Wirtschaftsordnung Deutschlands zukunftsfest zu machen.

Mit dem ersten Preis wurde in diesem Jahr Daniel Blaseg für seine ökonomische Analyse zu Crowdfunding ausgezeichnet. Gegenwärtig scheitert ein Großteil solcher Kampagnen daran, dass Unternehmensgründer die zu erwartenden Kosten und Erlöse nicht realistisch einschätzen. Damit Crowdfunding sein wirtschaftliches Potenzial voll entfalten kann, muss nach Ansicht des Preisträgers außerdem der Schutz der Anleger verbessert und dadurch das Vertrauen in diesen neuen Bereich des Kapitalmarktes gestärkt werden.

Den zweiten Preis erhielt Johanna Stark für ihre Dissertation zum Thema Rechtswettbewerb. Im Zuge von Digitalisierung und Globalisierung können sich Firmen heute aussuchen, welche Regeln für ihr Unternehmen gelten sollen. Gleichzeitig konkurrieren die nationalen Gesetzgeber um die Gunst dieser mobilen Nachfrager, indem sie Rechtsvorschriften stärker an deren Bedürfnissen ausrichten. Die Juristin zeigt die Problematik dieser Entwicklung auf: Recht und Gesetz werden zunehmend als käufliche Dienstleistungen wahrgenommen.

Mit den sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit befasst sich die dritte Preisträgerin, Laura Pohlan. Sie weist nach, dass bei Beschäftigungslosen das Gefühl sozialer Ausgrenzung mit der Dauer der Arbeitslosigkeit zunimmt. Als Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik empfiehlt die Volkswirtin Beschäftigungsprogramme und Weiterbildungsmaßnahmen. Der Preisträgerin zufolge ist für die Arbeitslosen außerdem die Wiederaufnahme einer Beschäftigung umso leichter möglich, je besser sie Zugang zu Breitbandinternet haben.


Rückblick

Rückblick – Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft 2020
am 07.10.2020 in Online

Impressionen von der Preisverleihung 2020 (8 Bilder)


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Ansprechpartner
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Tina Maier-Schneider

Wissenschaftliche Referentin

+49 (0)89-55178-555
Tina Maier-Schneider

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