Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2019

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vbw Konjunkturprognose 2019

Die konjunkturelle Lage in Bayern hat sich abgekühlt. Die Wirtschaft ist im zweiten Halbjahr langsamer gewachsen als in der ersten Jahreshälfte. Das Wachstum wird sich im Jahr 2019 fortsetzen, das Tempo wird aber weiter nachlassen. Es bestehen zahlreiche Risiken im außenwirtschaftlichen Umfeld. Je nachdem, ob und in welchem Ausmaß diese Risiken eintreten, kann das Wachstum noch stärker gebremst werden.

vbw Präsident Alfred Gaffal betont dazu: "Die internationalen Handelsstreitigkeiten belasten den Welthandel weiterhin sehr stark, und das in vielen Bereichen. Nach einem insgesamt erfolgreichen Jahr 2018 gehen wir davon aus, dass die Dynamiken 2019 zurückgehen werden."

Rückblick 2018

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde in der zweiten Jahreshälfte gebremst. Nachdem das BIP im Freistaat im ersten Halbjahr noch um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen konnte, ging die Dynamik ab dem Sommer spürbar zurück. Vor allem vom Außenhandel kamen negative Impulse. Die globalen Unsicherheiten – allen voran die Handelsstreitigkeiten – dämpften den Welthandel.

Hinzu kam ein Sondereffekt von Seiten der Automobilindustrie. Die Probleme im Zusammengang mit der Einführung des neuen Testverfahrens WLTP haben zu einem deutlichen Produktionsrückgang bei vielen Pkw-Herstellern geführt. Für das Gesamtjahr 2018 geht die vbw von einem BIP-Wachstum in Bayern von rund zwei Prozent aus. Das ist deutlich weniger als 2017. Damit fällt das Wachstum aber immer noch gut einen halben Prozentpunkt höher aus als im Bundesdurchschnitt.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin sehr gut. Die Arbeitslosenquote im Freistaat wird im Jahresdurchschnitt unter drei Prozent bleiben. Die Beschäftigung steigt stetig und erreichte 2018 ein neues Rekordniveau von 5,6 Millionen Personen.

Prognose 2019

Die vbw erwartet auch für 2019 ein Wirtschaftswachstum, die Dynamik wird aber weiter zurückgehen. Das Wachstum der bayerischen Wirtschaft wird im Jahr 2019 weiter nachlassen. Die vbw erwartet eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent, das liegt nochmals 0,7 Prozentpunkte unter der Prognose für 2018. Je nachdem, ob und in welchem Umfang die zahlreichen Risiken Realität werden, kann das Wachstum aber noch niedriger ausfallen.

Der Sondereffekt in der Automobilindustrie wird erst nach und nach kompensiert werden; fraglich ist, ob in vollem Ausmaß. Insbesondere die schwächere Weltwirtschaft dämpft die stark exportorientierte bayerische Wirtschaft. Sowohl in den USA als auch in China ist eine moderate Wachstumsverlangsamung zu befürchten.

Die internationalen Handelsstreitigkeiten belasten den Welthandel. Die Gefahr ist groß, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China erneut eskaliert. Die Streitigkeiten zwischen den USA und der EU sind ebenfalls noch nicht vom Tisch.

Es bestehen weitere Risiken im internationalen Umfeld:

  • Die Finanzkrisen in der Türkei und Argentinien und die noch nicht gebannte Ansteckungsgefahr anderer Schwellenländer.
  • In Europa wird von Woche zu Woche die Gefahr eines ungeordneten Brexit realer.
  • Die Haushaltspolitik Italiens birgt die Gefahr eines erneuten Aufflammens der Euro-Schuldenkrise.
  • Frankreich steht vor großen Herausforderungen.
  • Je nach Ausgang der Europawahlen im kommenden Jahr können die EU und die Eurozone vor einer ernsten Bewährungsprobe stehen.
Diese Unsicherheiten belasten das Wirtschaftsgeschehen, wie sich an den deutlich gesunkenen Stimmungsindikatoren zeigt. Die Investitionsneigung der Firmen geht zurück, was die Konjunktur bremst. Impulse für das Wirtschaftswachstum werden auch 2019 vom privaten Konsum ausgehen, wenngleich die Reallöhne wegen der anziehenden Inflation nicht mehr ganz so deutlich steigen werden wie in den vergangenen Jahren.

Der Arbeitsmarkt wird sich weiterhin positiv entwickeln, wenngleich auch hier die Dynamik nachlassen wird. So ging die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen im Herbst und Winter 2018 leicht zurück. Die Arbeitskräfteproblematik bleibt aber angespannt und dämpft die Wachstumspotenziale.

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