Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2019

Umfrage

IW-Konjunkturumfrage Bayern, Frühjahr 2019

Die wirtschaftliche Lage in Bayern hat sich in den ersten Monaten des Jahres weiter eingetrübt, die Perspektiven für die kommenden Monate sind verhalten. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. durchgeführt hat.

Unternehmensurteile haben sich erneut verschlechtert

Die Urteile der Unternehmen sind durchwegs weiter gesunken. Damit wurde der abwärts gerichtete Trend der letzten Umfrage aus dem Herbst 2018 bestätigt. In einigen Teilbereichen überwiegen bereits die negativen Meldungen. Auch die Erwartungen der Unternehmen lassen für den weiteren Jahresverlauf keine spürbare Belebung der Konjunktur in Bayern vermuten.

Vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Verlangsamungen und der Vielzahl an außenpolitischen Unsicherheiten, wie etwa der zunehmende Protektionismus, hat sich vor allem das Exportgeschäft merklich eingetrübt.

Investitions- und Beschäftigungspläne sind weiter gesunken

Die Investitionsneigung ist deutlich zurückgegangen. In den kommenden Monaten will etwa jedes dritte Unternehmen in Bayern die Investitionen erhöhen, fast 23 Prozent planen niedrigere Investitionen als zum Jahresbeginn. Dies ergibt einen Saldo von +10,2 Prozentpunkten, das sind neun Punkte weniger als im Herbst.

Der Beschäftigungsanstieg hat sich im Frühjahr 2019 weiter fortgesetzt, jedoch mit gedämpfter Dynamik. Dies wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Etwa drei von zehn bayerischen Unternehmen wollen die Beschäftigung ausweiten, 21,5 Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. Damit hat sich der Saldo im Vergleich zur Herbstumfrage 2018 mehr als halbiert: Er sank von +16,5 auf +8,2 Prozentpunkte, bleibt aber im positiven Bereich.

Risiken sind zahlreich und hoch

Die Zusatzfrage der aktuellen Umfrage befasst sich mit der Vielzahl an Unsicherheiten und Risiken für die Unternehmen in Bayern. Die Mehrheit der Unternehmen bewertet eine Verschlechterung bei Kosten und Verfügbarkeit von Fachkräften als größtes Risiko für ihre Geschäftsabläufe. Auch eine Erhöhung der Arbeitskosten durch Verteilungspolitik und eine Abschwächung der Inlandsnachfrage gehört zu den bedeutendsten Gefahrenpotenzialen. Der zunehmende Protektionismus im Welthandel wird von den bayerischen Unternehmen insgesamt als mittleres Risiko eingestuft. Jedoch wird die Beeinträchtigung durch Zollmaßnahmen in der Industrie deutlich höher bewertet als von den Betrieben aus Baugewerbe und Dienstleistungen.


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Volker Leinweber

Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen

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