Letzte Aktualisierung: 23. November 2016

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Herbstgutachten 2016 der Wirtschaftsforschungsinstitute

Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Ansicht der Forschungs- institute weiterhin in einem moderaten Aufschwung. Dieser wird vorwiegend von der Bauwirtschaft und dem Dienstleistungssektor getragen.

Globale Konjunktur belebt sich verhalten

Die Weltwirtschaft hat sich in der ersten Jahreshälfte 2016 nur ver halten entwickelt. Seit Mitte des Jahres zeigt sich ein Aufwärtstrend, dessen Dynamik aber geringer ausfällt als vor der Wirtschaftskrise. Die aktuelle Prognose wird weiterhin von Abwärtsrisiken dominiert. Dabei steht die trendmäßige Verlangsamung der Produktionsausweitung in China im Fokus. Die Weltwirtschaft dürfte aufgrund des schwachen Starts im Jahr 2016 um 2,3 Prozent wachsen und damit schwächer als 2015. Im nächsten und im übernächsten Jahr dürfte die Produktion hingegen wieder um jeweils 2,7 Prozent zulegen.

Privater Konsum - entscheidende Konjunkturstütze

Vor diesem Hintergrund werden die deutschen Exporte nur moderat zunehmen und zudem langsamer als die Importe. Die entscheidenden Impulse für die Konjunktur in Deutschland kommen von den privaten und staatlichen Konsumausgaben und von den Wohnungsbauinvestitionen. Die Unternehmensinvestitionen bleiben schwach. Die Institute erwarten ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent in diesem Jahr sowie von 1,4 Prozent in 2017 und von 1,7 Prozent in 2018.

Trotz steigender Beschäftigung nimmt Arbeitslosigkeit wieder leicht zu

Die Beschäftigung ist, auch im Zuge der Flüchtlingsversorgung, gestiegen. Die Forscher erwarten auch für den Prognosezeitraum bis Ende 2018 einen anhaltenden Beschäftigungsaufbau. Dieser wird weiterhin von der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung getragen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird der Prognose zufolge im Jahresdurchschnitt 2016 um 525.000 steigen, in den beiden kommenden Jahren dann um 430.000 bzw. 440.000. Die Arbeitslosigkeit wird aber nicht im selben Maße sinken, sondern sogar leicht zunehmen, da das Erwerbspersonenpotenzial infolge der Zuwanderung stärker zunimmt als die Beschäftigung.

Plädoyer für eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik

Die Institute bemängeln, dass die Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre in erster Linie auf Umverteilung ausgerichtet war. Zukunftsorientierte Maßnahmen seien vernachlässigt worden. Die Forscher plädieren für eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik. Durch zusätzliche investive Ausgaben für Bildung und Forschung sowie durch ein anreizfreundliches Steuersystem müssten die Wachstumsperspektiven verbessert werden.


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