Letzte Aktualisierung: 19. April 2017

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Frühjahrsgutachten 2017 der Wirtschaftsforschungsinstitute

Die Forschungsinstitute sehen die deutsche Wirtschaft das fünfte Jahr in Folge in einem moderaten Aufschwung. Im Vergleich zu früheren Aufschwungphasen ist die Dynamik aber gering.

Die Weltwirtschaft wird wieder stärker wachsen, doch die Risiken sind groß

Aktuell expandiert die Weltwirtschaft recht ordentlich. Die Institute gehen davon aus, dass dieses Tempo im Prognosezeitraum gehalten werden kann, sodass das globale Wachstum mit 3,0 Prozent im Jahr 2017 und 2,9 Prozent im Jahr 2018 stärker ausfallen wird als im vergangenen Jahr mit 2,6 Prozent. Allerdings bleiben die Unsicherheiten sehr groß. Unklar sind der Kurs der neuen US-Regierung sowie dessen Folgen für die Weltwirtschaft. Auch die politischen Entwicklungen in Europa sind schwer einzuschätzen.

Deutschland: Der moderate Aufschwung geht ins fünfte Jahr

Für das laufende Jahr rechnen die Institute mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 1,5 Prozent. Die Abschwächung gegenüber 2016 (+1,9 Prozent) liegt im Wesentlichen an der geringeren Zahl an Arbeitstagen. Kalenderbereinigt würde sich ein Wachstum von 1,8 Prozent ergeben. Für das Jahr 2018 prognostizieren die Institute ein Plus von 1,8 Prozent, im Herbst gingen sie noch von 1,6 Prozent aus.

Die entscheidenden Impulse kommen weiterhin vom privaten Konsum. Auch die Bauinvestitionen tragen wesentlich zum Wachstum bei. Die Ausrüstungsinvestitionen hingegen werden weiterhin nur moderat ausgeweitet. Der Außenhandel trägt nicht zum Wachstum bei, da die Importe stärker steigen als die Exporte.

Die Dynamik am Arbeitsmarkt schwächt sich leicht ab

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird sich der Prognose zufolge fortsetzen, wenngleich sich die Dynamik im kommenden Jahr verlangsamt. Die Zahl der Erwerbstätigen wird im Jahresdurchschnitt 2017 um 583.000 auf 44,176 Millionen steigen, im kommenden Jahr dann um 388.000 auf 44,564 Millionen. Der Beschäftigungsaufbau ist groß genug, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken. Die Arbeitslosenquote wird von 6,1 Prozent im Jahr 2016 auf 5,7 Prozent in 2017 und 5,4 Prozent im Jahr 2018 sinken.

Wirtschaftspolitik muss langfristig ausgerichtet werden

Nach Ansicht der Forschungsinstitute hat die Politik in den vergangenen Jahren wenig unternommen, die Wachstumsperspektiven in Deutschland zu verbessern. Es sei „höchste Zeit, dass die Wirtschaftspolitik stärker an der langen Frist ausgerichtet wird“. Insbesondere fordern die Institute eine Begrenzung der Abgabenbelastung sowie Umschichtungen in den öffentlichen Haushalten hin zu investiven Ausgaben.


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