Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2017

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Herbstgutachten 2017 der Wirtschaftsforschungsinstitute

Die Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die deutsche Wirtschaft in einem stabilen Aufschwung, der zunehmend an Breite gewinnt.

Aufschwung in den Industrieländern gibt auch Schwellenländern Impulse

In den meisten Industrieländern steigt die Produktion schneller als das Trendwachstum, inzwischen ist die Normalauslastung der Kapazitäten erreicht, in manchen Ländern bereits übertroffen. Von diesem Aufschwung sowie dem Anstieg der Rohstoffpreise profitieren auch die Schwellenländer. Der globale Aufschwung wird sich nach Einschätzung der Forscher im Prognosezeitraum bis 2019 fortsetzen, wenn auch mit etwas geringerem Tempo. Er gewinnt jedoch an Breite, da er nicht nur konsumgetragen ist, sondern zunehmend auch die Investitionen wieder anziehen. Zwar bestehen die geopolitischen Krisen fort, die wirtschaftspolitischen Risiken sind nach Ansicht der Institue aber etwas gesunken.

Deutschland: Aufschwung gewinnt an Breite, verliert aber leicht an Tempo

Im Jahresdurchschnitt 2017 wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) den Instituten zufolge um 1,9 Prozent zulegen. Dabei wird das Wachstum noch gedämpft, da das laufende Jahr drei Arbeitstage weniger hat als 2016. Kalenderbereinigt würde das Plus sogar bei 2,2 Prozent liegen. Für die Jahre 2018 und 2019 gehen die Forschungsinstitute von einem stabilen Wachstumspfad aus, der sich zum Ende des Prognosezeitraums leicht abschwächt. Im Jahr 2018 soll das BIP um 2,0 Prozent steigen, in 2019 dann um 1,8 Prozent.

Die entscheidenden Impulse kommen weiterhin vom privaten Konsum und vom Bau. Die Institute erwarten jedoch ein Anziehen der Ausrüstungsinvestitionen im Prognosezeitraum. Auch die Exporte werden zulegen, allerdings etwas langsamer als die Importe. Die Beschäftigung soll der Prognose nach weiter steigen, die Arbeitslosigkeit bis auf eine Quote von 5,2 Prozent im Jahr 2019 zurückgehen.

Belastung durch Steuern und Abgaben senken

Die Wirtschaftsforschungsinstitute konstatieren, dass die Wirtschaftspolitik in der abgelaufenen Legislaturperiode wenig wachstumsorientiert war. Sie plädieren dafür, dass die künftige Bundesregierung die sich abzeichnenden strukturellen Haushaltsüberschüsse nutzt, um die ökonomischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Angesichts der hohen Belastung des Faktors Arbeit im internationalen Vergleich plädieren die Forscher für Entlastungen bei der Einkommensteuer und den Sozialabgaben.


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Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen

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