Letzte Aktualisierung: 03. August 2018

Position

Zukunft des Arbeitsschutzes

Durch die Anstrengungen der Unternehmen ist die Unfallgefahr für die Beschäftigten in Bayern deutlich gesunken. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten fast halbiert. Dieser Trend wird sich fortsetzen – auch weil die Digitalisierung viele neue und effektive Möglichkeiten des Arbeitsschutzes bietet: Gefährliche Arbeiten werden z. B. von kollaborierenden Robotersystemen übernommen, körperlich anstrengende Arbeiten durch Assistenzsysteme erleichtert.

Deutschland verfügt bereits heute im internationalen Vergleich über sehr hohe Arbeitsschutzstandards. Auf diesem Niveau kann ein Mehr an gesetzlichen Vorgaben in der Regel kein Mehr an Sicherheit bringen.

Für die Zukunft gilt es daher, unnötige Ausweitungen der gesetzlichen Vorgaben für die Unternehmen zu vermeiden. Nicht nur die künftigen Regelwerke, sondern auch die derzeitigen müssen permanent auf Praxistauglichkeit und überflüssigen bürokratischen Aufwand geprüft und bei Bedarf verschlankt werden.

Digitalisierung, Globalisierung und demografischer Wandel verändern unsere Arbeitswelt. Beschäftigte müssen heute in der Lage sein, schnell auf betriebliche Erfordernisse zu reagieren, unabhängig davon, wo oder wann die Arbeitsleistung erbracht werden muss. Zunehmend wird in internationalen Teams zeitzonenübergreifend gearbeitet, mobil oder im Home-Office.

Neue Technologien verändern das Zusammenwirken von Menschen untereinander, aber auch das von Menschen und Maschinen oder von Maschinen und Maschinen. Der technische Fortschritt kann dazu beitragen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit zu verbessern und die Gefahr von Arbeitsunfällen zu reduzieren. Parallel dazu bringt der digitale Wandel auch neue Herausforderungen für den Arbeitsschutz mit sich. Orts- und zeitentgrenztes Arbeiten verlangen nach mehr Eigeninitiative des Arbeitnehmers, um den Arbeitgeber bei der Wahrnehmung von arbeitsschutzrechtlichen Pflichten zu unterstützen.

Für einen zeitgemäßen Arbeitsschutz ist daher Folgendes von Bedeutung:

  • Ständige Evaluation bestehender Vorschriften in Bezug auf Praktikabilität, Bürokratieabbau und Wirksamkeit
  • Keine Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmungsrechte z. B. bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
  • Flexibilisierung der Arbeitszeit
  • Keine unnötige Ausdehnung des Arbeitsschutzrechtes auf nationaler oder internationaler Ebene durch z. B. eine „Anti-Stress-Verordnung“
  • Geeignete Maßnahmen gegen den Betriebsärztemangel auf bildungspolitischer Ebene


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