Letzte Aktualisierung: 21. April 2016

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Horizon 2020: Das Nachfolge-Forschungsrahmenprogramm der EU

Als Nachfolger des siebten Forschungsrahmenprogramms werden mit Horizon 2020 in den Jahren 2014 bis 2020 Forschung, Innovation und die Wettbewerbsfähigkeit in Europa gefördert.

Mit Horizon 2020 werden erstmals alle Forschungs- und Innovationsmaßnahmen der EU in einem einzigen Programm gebündelt. Gleichzeitig soll mit vereinfachten Regeln und Verfahren der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sollen schwerpunktmäßig unterstützt werden.

Förderinhalte

Mit Horizon 2020 werden schwerpunktmäßig drei Hauptziele gefördert:

Säule 1 - Förderung der wissenschaftlichen Grundlagenforschung:
Unterstützung der weltweit führenden Stellung in der Wissenschaft

Säule 2 - Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit:
Unterstützung der industriellen Führungsposition in der Innovation. Dies beinhaltet Investitionen in Schlüsseltechnologien und einen leichteren Zugang zu Kapital und Unterstützung von KMU.

Säule 3 - Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen:
Unterstützung von sieben Hauptthemen

  • Gesundheit und demografischer Wandel
  • Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, marine und maritime Forschung sowie Biowirtschaft
  • verlässliche, saubere und effiziente Energie
  • intelligenter, umweltfreundlicher und integrierter Verkehr
  • Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffe
  • integrative, innovative und sichere Gesellschaften sowie
  • Schutz der Freiheit und Sicherheit in Europa.

Budget

Die Gesamtsumme für Horizon 2020 beläuft sich auf 77,3 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014 - 2020. Das Budget unterteilt sich wie folgt:

  • Säule 1 - Exzellenz in der Wissenschaft: 24,4 Milliarden Euro
  • Säule 2 - Industrie: 17 Milliarden Euro
  • Säule 3 - gesellschaftliche Herausforderungen: 29,6 Milliarden Euro

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) wird mit 2,7 Milliarden Euro aus dem Horizon 2020-Haushalt finanziert.

Inhaltliche Ausgestaltung

Folgende Inhalte sind für Unternehmen von besonderer Relevanz:

  • ein KMU-Instrument mit einer Mittelausstattung von circa 4 Prozent des Gesamtbudgets
  • Einführung eines neuen Technologie - und themenoffenen „Fast Track to Innovation/ Open Call“-Förderverfahrens (FTI): Unternehmen können in kleinen Projektkonsortien bis maximal fünf Teilnehmer für innovative Ideen, aber auch im Forschungsbereich zügig und unbürokratisch Fördermittel von der EU-Kommission für Projektvorschläge in Säule 2 und 3 beantragen. Das FTI soll als vollwertiges Pilotprojekt im Jahr 2015 getestet werden. Projektanträge sollen ganzjährig eingereicht werden, die Bearbeitungszeit dieser soll nicht länger als sechs Monate betragen und die Förderhöhe pro Projekt bis zu drei Millionen EUR betragen.

Fördersätze und Abrechnungsmethoden

Folgende Pauschalen sind für die Industrieteilnehmer ausgehandelt worden: Bis zu 100 Prozent der direkten Kosten (beispielsweise Personal) und bis zu 25 Prozent der indirekten Kosten für „Overhead“ (beispielsweise Forschungsinfrastruktur) werden im Bereich Forschung und Entwicklung erstattet. Für Forschungsaktivitäten im Bereich der angewandten Forschung werden bis zu 70 Prozent der direkten und bis zu 25 Prozent der indirekten Kosten erstattet. Die Erstattungspauschalen sollen auf Grundlage der betriebsüblichen Abrechnungsmethoden berechnet werden. Daher soll laut Kommission kein paralleles Buchhaltungssystem für Firmen notwendig sein, die an EU-Projekten teilnehmen.


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Ansprechpartner
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Volker M. Schilling

Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Digitalisierung

+49 (0)89-551 78-249
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