Letzte Aktualisierung: 25. März 2020

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Atemmasken-Verknappung: Alternativen zur CE-Kennzeichnung für den betriebsärztlichen Dienst

Die Nachfrage nach geprüften, mit CE-Kennzeichnung versehenen filtrierenden Halbmasken/Atemschutzmasken ist im Verlauf der Corona-Pandemie so stark angestiegen, dass medizinische Fachkräfte nicht mehr ausreichend damit versorgt werden können. Die CE-Kennzeichnung zertifiziert, dass die Masken der EU-Verordnung 2016/425 vom 9. März 2016 entspricht, die die Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA) in der EU regelt.

Aufgrund der Verknappung hat die Europäische Kommission am 13. März 2020 den Mitgliedstaaten für die Dauer der Sars-CoV-2-Pandemie die Möglichkeit eröffnet, zur Versorgung der medizinischen Fachkräfte auch Atemschutzmasken ohne CE-Kennzeichnung einzukaufen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Atemschutzmasken ein angemessenes Gesundheits- und Sicherheitsniveau gewährleisten.

N95 statt CE

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat hierfür die Empfehlung ausgesprochen, bis auf Weiteres für Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich Masken einzusetzen, die mindestens dem NIOSH-Standard N95 entsprechen. Damit gelten Masken, die in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig wären, auch in Deutschland als verkehrsfähig, selbst wenn diese keine CE-Kennzeichnung tragen, ihnen kein Konformitätsnachweis oder eine deutsche Betriebsanleitung beiliegt.

Weitere Informationen zu N95 gibt die Webseite der US-Seuchenschutzbehörde CDC .

Die BAuA weist darauf hin, dass diese Produkte nur von medizinischen und pflegerischen Fachkräften für die Dauer der derzeitigen Gesundheitsbedrohung durch die Corona-Pandemie verwendet werden dürfen. Sollte die Verkehrsfähigkeit einen der genannten Staaten nicht vorliegen, muss im Einzelfall überprüft werden, ob die Masken den EU-Schutzstandards entsprechen.

Schnelltest von IFA und DEKRA

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und die DEKRA Testing and Certification GmbH haben für Atemschutzmasken, die derzeit vielerorts im Eilverfahren hergestellt werden, einen Schnelltest entwickelt, der die Prüfzeit auf wenige Tage verkürzt. Dabei gehe Geschwindigkeit vor hundertprozentiger Gewissheit über die notwendige Schutzwirkung, wie das IFA mitteilt.

Die so geprüfte Atemschutz ist damit keine reguläre persönliche Schutzausrüstung nach der europäischen PSA-Verordnung. Das IFA betont ausdrücklich: „Er ist als letzte Reserve für systemrelevante Personen im Gesundheitsdienst gedacht und soll nur dann verwendet werden, wenn keine anderen zugelassenen Atemschutzmasken mehr zur Verfügung stehen – auch solche nicht, die in Ländern außerhalb Europas zugelassen sind.“

IFA und DEKRA bieten die Prüfung ab sofort an. Andere Prüfstellen können sich bei Interesse an die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) wenden.


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