Allgemeine Informationen zum Iran

Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was Sie bei einer Zusammenarbeit mit dem Iran erwartet, geben wir Ihnen an dieser Stelle einen Überblick über das politische und wirtschaftliche System des Landes und den aktuellen Stand bezüglich der Sanktionen. Ebenso wichtig ist es, den speziellen Verhaltenskodex im Land selbst zu beachten. In Zusammenhang mit der Visumsbeantragung verfügen wir bereits über viel Erfahrung, die wir an dieser Stelle auch gerne mit Ihnen teilen.

Politisches System

Irans Präsident Hassan Ruhani startet seine zweite Amtszeit

Im Rahmen seiner Amtseinführung am 05. August 2017 erneuerte der iranische Präsident Hassan Ruhani sein Bekenntnis zu Frieden, Freiheit und Entwicklung. Ruhani steht für eine politische und wirtschaftliche Öffnung des Landes und dem Wunsch nach Innovation und Modernisierung. Mit seiner Politik der Diplomatie gehört er zu den pragmatischsten Kräften der iranischen Führungsriege. Mit ihm an der Spitze des aufstrebenden Landes können die bayerisch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen erfolgreich weitergeführt werden. Im Jahr 2016 exportierte Bayern Waren im Wert von 275,8 Millionen Euro in den Iran. Absolut gesehen liegt diese Zahl weit unter den jährlichen rund 500 Millionen von 2004 bis 2010, gegenüber 2015 ist es jedoch ein Anstieg um 35,3 Prozent. Der iranische Markt bleibt damit attraktiv für bayerische Unternehmen.

Staatssystem

Höchste politische Instanz im Iran ist der Oberste Führer der Islamischen Revolution, Ayatollah Seyed Ali Khamenei. Er verfügt als Ausdruck des Herrschaftsprinzips des velayat-e faqih (Herrschaft des Islamischen Rechtsgelehrten)

  • über eine verfassungsmäßig verankerte Richtlinienkompetenz,
  • ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und
  • hat das letzte Wort in politischen Grundsatz- und Detailfragen.

Der oberste Führer wird vom Expertenrat, einer vom Volk auf acht Jahre gewählten Klerikerversammlung, auf unbefristete Zeit bestimmt.

Leiter der Exekutive ist der iranische Staatspräsident – seit August 2013 Dr. Hassan Ruhani – der vom Volk in direkten Wahlen auf vier Jahre gewählt und vom Revolutionsführer bestätigt wird. Die letzten Präsidentschaftswahlen fanden im Mai 2017 statt, Ruhani wurde mit absoluter Mehrheit von 57 Prozent wiedergewählt. Damit votierte die Bevölkerung für Ruhanis Kurs der politischen und wirtschaftlichen Öffnung des Landes nach außen, für eine Fortsetzung des Atomabkommens und eine Stärkung der Bürgerrechte.

Der Staatspräsident bildet ein Kabinett; das Parlament muss den einzelnen Ministern zustimmen und kann ihnen das Vertrauen auch wieder entziehen. Auch das Parlament wird auf vier Jahre direkt vom Volk gewählt.

Sowohl Parlament als auch Regierung haben legislatives Initiativrecht. Als zweite Kammer fungiert im Gesetzgebungsverfahren der Wächterrat. Er besteht aus sechs vom Revolutionsführer ausgewählten islamischen Rechtsgelehrten und sechs vom Parlament bestellten juristischen Experten. Der Wächterrat besitzt weitreichende Befugnisse der Verfassungsauslegung und spielt eine maßgebliche Rolle bei der Auswahl zulässiger Kandidaten für Parlaments-, Präsidentschafts- und Expertenratswahlen.

Der Schlichtungsrat fungiert im Gesetzgebungsverfahren als vermittelndes Gremium und hat darüber hinaus die Aufgabe, auf die Wahrung der "Gesamtinteressen des Systems" zu achten.

Parteien nach westlichem Verständnis gibt es im Iran nicht. Bei Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen werden keine Parteien, sondern Personen gewählt.Am 26. Februar 2016 fanden die letzten Parlamentswahlen statt, die ergänzt durch eine im April abgehaltene Stichwahl zu folgender Verteilung der 290 Sitze führte:

  • Reformer: 41,03 Prozent mit 119 Sitzen
  • Konservative: 28,96 Prozent mit 83 Sitzen
  • Unabhängige/ Sonstige: 23,44 Prozent mit 68 Sitzen
  • Konstitutionalisten: 3,44 Prozent mit 11 Sitzen
  • Religiöse Minderheiten: 1,73 Prozent mit 5 Sitzen

Anmerkung: Vier Sitze sind vakant. Die genaue Sitzverteilung variiert minimal je nach Quelle, da einige Kandidaten für zwei Parteien kandidiert haben.

Wirtschaftssystem und -lage

Schätzungsweise 80 Prozent der iranischen Wirtschaft liegen in staatlicher Hand bzw. in den Händen religiöser Stiftungen. Die Bedeutung von staatlich und privat unterscheidet sich im Iran von der westlichen Definition: Staatlich ist demnach eine Firma, die zu mindestens 51 Prozent dem Staat gehört, während private Firmen zumindest 51 Prozent in privater bzw. nicht-staatlicher Hand liegen müssen. Letztere unterliegen trotz ihres privaten Charakters staatlichen Vorgaben und Entscheidungen. Beispiele hierfür sind Iran Khodro Co, SAIPA, die Mellat Bank und auch alle Petrochemie-Firmen mit Ausnahme von NPC. Ziel der iranischen Regierung ist es, den privaten Anteil merklich zu erhöhen.

Die wirtschaftlichen Ziele des Irans werden in Fünfjahresplänen formuliert. Aktuell gilt der sechste Fünfjahresplan. Die iranische Wirtschaft befindet sich derzeit jedoch in einer schweren Krise. Inflationsdruck, steigende Binnenverschuldung, sinkende Exporteinnahmen, sinkender Ölpreis sowie hohe inoffizielle Arbeitslosigkeit prägen die wirtschaftliche Entwicklung. Neben hausgemachten Problemen ist die Krise im Wesentlichen eine Folge des internationalen Sanktionsregimes. Vor allem die Sanktionen gegen den Öl- und Finanzsektor haben sich negativ ausgewirkt.

Am 16. Januar 2016, dem sog. Implementation Day, haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union ihre Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben. Auch die USA haben ihr bilaterales Handelsembargo in begrenztem Rahmen gelockert, so kann der Iran nunmehr wieder unbeschränkt Öl und Gas exportieren. Das Land hat wieder Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr und kann über eine Summe von ca. 150 Mrd. USD von im Ausland eingefrorenen Öleinnahmen (laut Zentralbank nur 30 Mrd. USD) verfügen.

Schätzungen zufolge betrug das Bruttoinlandsprodukt ca. 405 Milliarden US-Dollar, eine Stagnation gegenüber 2014. Für 2016 wird ein Wachstum von vier bis sechs Prozent erwartet. Die Inflationsrate liegt bei ca. 11,5 Prozent. Auch die Arbeitslosenrate ist mit 11,9 Prozent nach wie vor hoch, vor allem bei den Jugendlichen. Diese Zahl dürfte jedoch weiter steigen, da jedes Jahr bis zu 750.000 neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt drängen.

Mehr zur Wirtschaftspolitik im Iran beim Auswärtigen Amt

Sanktionspolitik

Aktueller Leitfaden für Unternehmen mit Iran-Geschäft

Nach der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch US-Präsident Trump am 8. Mai 2018 herrscht unter Unternehmern mit Iran-Geschäft vielerorts Unsicherheit. Basierend auf den seitdem veröffentlichten Informationen des US-Finanzministeriums hat die vbw deshalb gemeinsam mit juristischen Experten einen Leitfaden entwickelt, der folgende Fragen der Unternehmer aufgreift und konkret beantwortet:

  • Was ist von der Aussage des neuen US-amerikanischen Botschafters zu halten, dass alle deutschen Unternehmen ihre Geschäfte mit dem Iran einstellen müssen?
  • Wo finde ich die neuen US-amerikanischen Regelungen?
  • Drohen Banken und Unternehmen Strafzahlungen nach US-Recht, wenn sie weiterhin im Iran-Geschäft engagiert sind?
  • In welchem Umfang müssen US-Einflüsse bei Geschäften mit dem Iran ausgeschlossen werden?
  • Welche Branchen sind durch die neuen Regelungen intensiver, welche weniger betroffen? Wo drohen höhere Risiken?
  • Was gilt für Unternehmen mit geschäftlichen Verbindungen in die USA?
  • Was ist, wenn ein Unternehmen Niederlassungen, Tochtergesellschaften in den USA hat oder eine US-amerikanische Mutter?
  • Was gilt für Unternehmen, die US-amerikanische Mitarbeiter, Geschäftsführer, Vorstände haben?
  • Können Produkte „Made in USA“ in den Iran exportiert werden? Können Produkte in den Iran exportiert werden, in die US-amerikanische Teile eingebaut werden? Was ist mit Ersatzteilen?
  • Was ist zulässig, wenn Iran-Geschäfte abgewickelt werden müssen?
  • Können während der Abwicklungsfrist noch neue Verträge abgeschlossen werden?
  • Gibt es nicht ein Verbot, die US-amerikanischen Sanktionen einzuhalten?
  • Können Laptops, Handys und andere IT-Produkte in den Iran mitgenommen werden?
  • Was ist beim Zahlungsverkehr zu beachten? Gibt es ggf. Alternativen zum elektronischen Zahlungsverkehr über Banken?
  • Gelten die neuen Regelungen nur für europäische Unternehmen oder für alle Nicht-US-Unternehmen weltweit?
  • Was ist darüber hinaus zu beachten?

Die ausführlichen Antworten hierzu finden Sie im Leitfaden für Unternehmen mit Iran-Geschäft , der Ihnen nach dem Log-In als Download zur Verfügung steht.

Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran – Was bayerische Unternehmen jetzt wissen müssen

Nach der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch US-Präsident Trump am 8. Mai 2018 gibt es viele offene Fragen zum zukünftigen Iran-Geschäft. Das Abkommen war 2015 zwischen den P5 + 1 (fünf permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrats China, Frankreich, Russland, UK, USA plus Deutschland) und der EU auf der einen Seite und Iran auf der anderen Seite abgeschlossen worden und sicherte Iran im Gegenzug für die Einstellung seines Atomprogramms die Aufhebung wirtschaftlicher Sanktionen zu. Im Folgenden fassen wir für Sie die bisher bekannten Fakten zusammen. Darüber hinaus finden Sie im Downloadbereich eine deutsche Übersetzung des Frage- und Antwortkatalogs des US-Finanzministeriums zur Wiedereinführung der Sanktionen. Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine verbindliche Rechtsberatung.

Konsequenzen für bayerische Unternehmen mit Iran-Geschäft

Mit dem Austritt der USA aus dem Abkommen treten die 2016 eingestellten US-Sanktionen mit einer Frist von 90 bzw. 180 Tagen (6. August / 4. November 2018) wieder in Kraft. Darüber hinaus ist mit zusätzlichen Sanktionen zu rechnen, allerdings wird die konkrete Ausgestaltung aktuell noch vom Außen- und Finanzministerium der USA ausgearbeitet. Die Entscheidung darüber wird im Kongress getroffen. Folgende Punkte gelten jedoch als sicher:

US-Unternehmen und ihre Niederlassungen

Wie bisher dürfen US-Unternehmen aufgrund primärer Sanktionen keine Geschäftsbeziehungen zu Iran unterhalten. Nun erstreckt sich dieses Verbot auch auf deren Niederlassungen außerhalb der USA, die bisher von einer entsprechenden Befreiung profitiert hatten (General License H).

US-Sanktionsliste

Mit dem Abkommen 2016 wurden eine Vielzahl der bis dato sanktionierten Personen und Institutionen von der US-Sanktionsliste der Specially Designated Nationals (SDN) genommen. Diese werden nun wieder gelistet. Auch weitere Personen, auf die die Bezeichnung "Government of Iran" oder "Iranian financial institution" zutrifft, werden spätestens am 5. November auf die SDN-Liste gesetzt. Handel mit SDN ist aus US-Perspektive verboten. Nicht nur US-Amerikaner müssen sich an dieses Verbot halten, sondern jede Person und jedes Unternehmen weltweit, das in US-Dollar-Transaktionen involviert ist oder Verbindungen zu US-Banken und US-Unternehmen unterhält.

Welche Sektoren sind besonders betroffen?

Bis spätestens November 2018 treten auch die sogenannten sekundären Sanktionen wieder in Kraft: Nicht-US-amerikanischen Unternehmen, die in bestimmten Sektoren mit bestimmten Personen und Unternehmen in Iran Geschäfte tätigen, droht dann der Ausschluss vom US-Markt und dem Handel mit US-Unternehmen. Unternehmen, die von diesen Regeln betroffen sein könnten, müssen das Risiko weiterer Iran-Aktivitäten sorgfältig analysieren und gegebenenfalls Ihre Tätigkeiten in Iran bis 6. August bzw. 4. November 2018 einstellen. Besonders betroffen sind die Bereiche:

– Automobil, Fahrzeugbau

– Flugzeugbau und -services

– Schiffbau, Hafen, Verschiffung

– Erdöl, Petrochemie, Ölerschließung

– Graphit, Aluminium, Stahl und Kohle

– Software für die Integration industrieller Prozesse

– Eine Reihe von iranischen Banken, inklusive der iranischen Zentralbank

– SWIFT-Verkehr mit iranischen Banken

Nicht-iranische Unternehmen dürfen auch nach Ablauf der 90- bzw. 180-Tage-Frist Zahlungen aus Iran empfangen, sofern sich diese auf Aufträge vor dem 8. Mai 2018 beziehen und die Auslieferung rechtzeitig vor Fristende stattgefunden hat. Iranische Unternehmen und Banken dürfen hingegen mit Ende der jeweiligen Frist keine Zahlungen mehr empfangen.

Welche Geschäfte bleiben erlaubt?

Nach aktuellem Stand bleiben Geschäftstätigkeiten in den folgenden Bereichen erlaubt:

– Lebensmittel

– Landwirtschaftliche Erzeugnisse

– Pharmaprodukte, Medikamente, medizinische Geräte

– Standard-IT-Geräte und -Software

Wie geht es weiter?

Aktuell sind viele Fragen noch offen. Die europäischen Partner, Russland und China haben ihr Festhalten am Atomabkommen bekräftigt und auch Iran signalisiert Redebereitschaft. Es bleibt nun auszuloten, ob und in welchem Rahmen bestehende Geschäfte weitergeführt werden können. Wir stehen Ihnen als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung.

Frage- und Antwortkatalog des US-Finanzministeriums zur Wiedereinführung der Sanktionen im Rahmen der Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran (in deutscher Übersetzung). Download

Sanktionslockerungen im Rahmen des Atomabkommens

Mit dem Implementation Day am 16. Januar 2016 wurde von EU, USA und UN-Sicherheitsrat begonnen, die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran schrittweise aufzuheben. Die Entscheidung geht darauf zurück, dass die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) dem Iran die Erfüllung der zentralen Vorgaben zum Rückbau seines Nuklearprogramms bestätigt hat. Die im Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) vereinbarten Sanktionslockerungen sind damit in Kraft getreten.

Sollte der Iran gegen die Auflagen des JCPOA verstoßen, können die Sanktionen des UN-Sicherheitsrates im Rahmen eines „Snap-Back-Mechanismus“ sofort wieder installiert werden. Bereits geschlossene Verträge sind gemäß JCPOA von diesem Risiko jedoch nicht betroffen.

Auch nach den Sanktionslockerungen bleiben die Verbote für bestimmte Ausfuhren und Rechtsgeschäfte bestehen. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick darüber, welche Güter von den Embargos weiterhin betroffen sind bzw. eines speziellen Genehmigungsverfahrens bedürfen.

Ersatzlos aufgehoben wurden

  • Verbote der Einfuhr und Beförderung von Erdöl, Erdölerzeugnissen, petrochemischen Erzeugnissen und Erdgas,
  • Verbote, Ausrüstung für die iranische Erdöl- und Erdgasindustrie sowie für die petrochemische Industrie zu liefern,
  • Verbote in Bezug auf Marineschlüsselausrüstung,
  • das Verbot der Ein- und Ausfuhr von Gold, Edelmetallen und Diamanten,
  • das Verbot der Ausfuhr von Banknoten und Münzen an die iranische Zentralbank,
  • das Verbot der Zurverfügungstellung von Öltankern sowie die
  • Genehmigungspflicht für Geldtransfers.

Genehmigungspflichten sind zu beachten

  • beim Verkauf, bei der Lieferung, der Weitergabe oder der Ausfuhr von Gütern, die von dem Internationalen Exportkontrollregime der NSG (Nuclear Suppliers Group) erfasst sind, ebenfalls genehmigungspflichtig ist die Erbringung bestimmter Dienstleistungen im Zusammenhang mit NSG-Gütern, insbesondere technischer Hilfe sowie der Kauf, die Einfuhr und die Beförderung von NSG-Gütern aus dem Iran,
  • bei Verkauf, Lieferung, Weitergabe oder Ausfuhr von Gütern, die von Anhang II der Iran-Embargoverordnung erfasst sind, ebenso bei der Erbringung bestimmter Dienstleistungen im Zusammenhang mit diesen Gütern, insbesondere technischer Hilfe sowie der Kauf, die Einfuhr und die Beförderung dieser Güter aus dem Iran,
  • bei Verkauf, Lieferung, Weitergabe oder Ausfuhr von Software für die Unternehmens-ressourcenplanung sowie bei bestimmten Grafiten, Rohmetallen und Metallhalberzeugnissen, ebenso bei der Erbringung bestimmter Dienstleistungen im Zusammenhang mit diesen Gütern, insbesondere technischer Hilfe.

Verbote bestehen weiterhin

  • im Hinblick auf den Verkauf, die Ausfuhr, die Durchfuhr, die Einfuhr, den Erwerb und die Beförderung von Rüstungsgütern in den Iran bzw. aus dem Iran sowie im Hinblick auf die Erbringung entsprechender Dienstleistungen,
  • im Hinblick auf den Verkauf, die Ausfuhr, die Lieferung, die Weitergabe, die Einfuhr, den Erwerb und die Beförderung von Gütern, die von dem Internationalen Exportkontrollregime des MTCR (Missile Technology Control Regime) erfasst sind, auch hier ist die Erbringung entsprechender Dienstleistungen ebenfalls verboten,
  • im Hinblick auf die unmittelbare oder mittelbare Bereitstellung von Geldern oder wirtschaftlichen Ressourcen an Personen, Einrichtungen oder Organisationen, gegen die Finanzsanktionen angeordnet wurden, der Kreis der hiervon betroffenen Personen, Einrichtungen oder Unternehmen ist zwar deutlich reduziert worden, bleibt aber in Bezug auf bestimmte Personen, Einrichtungen und Unternehmen bestehen,
  • nach der sogenannten Iran-Menschenrechtsverordnung, betroffen hiervon ist vor allem die Ausfuhr von Gütern der internen Repression, auch weitere Verbote außerhalb der Iran-Embargoverordnung (etwa nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz) gelten fort.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Details zu den Verboten, Genehmigungspflichten und -verfahren entnehmen Sie bitte der Seite des Bundesamts für Wirtschaft und Außenkontrolle. Insbesondere Dual-use-Güter, das heißt Güter, die i. d. R. zivilen Zwecken dienen, aber auch militärisch genutzt werden können, unterliegen spezieller Verfahren.

Informationen des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Nutzung von Endverbleibserklärungen für Ausfuhren in den Iran

Information Note des Europäischen Auswärtigen Diensts (EAD) zu den Sanktionslockerungen

Visum

Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise in den Iran ein Visum. Für die Beantragung sind folgende Unterlagen notwendig:

  • Reisepass, der mindestens noch sechs Monate gültig ist und keinen israelischen Sichtvermerk enthält
  • zwei Passbilder ohne Brille (!)
  • Referenznummer des iranischen Außenministeriums, die vom iranischen Geschäftspartner vor Ort beantragt wird (muss vor Beantragung vorliegen)
  • In Ausnahmefällen kann das Beantragen einer Referenznummer entfallen, wenn der Antragsteller auf Einladung einer staatlichen Behörde kommt und diese ein entsprechendes Schreiben an das Konsulat verfasst
  • Schreiben des deutschen Arbeitgebers an das iranische Konsulat, Inhalt: Zweck der Reise und Verpflichtung des Arbeitgebers zur Kostenübernahme
  • Visumgebühr (aktuelle Preise entnehmen Sie bitte der Seite des jeweiligen iranischen Konsulats) entweder per EC-Karte vor Ort zu bezahlen oder vorab per Überweisung, Achtung: einige Banken verweigern Überweisungen an iranische Institutionen, bitte vorab erkundigen

In der Regel ist das Visum drei Monate gültig. Die notwendigen Formulare für die Beantragung eines Visums finden Sie unter VISA Dienst Bonn, der auch in München eine Geschäftsstelle unterhält und Sie kostenpflichtig beim Visumantrag unterstützt.

Über unsere vbw Repräsentanz der Bayerischen Wirtschaft in Teheran unterstützen wir Sie ebenfalls gerne bei der Beschaffung eines Visums. Wenden Sie sich hierzu bitte an unseren Ansprechpartnerin Dagmar von Bohnstein.

Individuelle Leistungen, wie die Erstellung einer Einladung oder die Beantragung einer Referenznummer sind in unseren Servicepaketen 750 bzw. 1000 enthalten:

Informationen und Anmeldung Servicepaket Iran 750

Informationen und Anmeldung Servicepaket Iran 1000

Iranische Feier- und Schließtage 2018

Die Islamische Republik Iran gehört zu den Ländern mit den meisten arbeitsfreien Tagen. Neben rund 30 Feiertagen gibt es weitere Tage, an denen öffentliche und viele nicht öffentliche Institutionen geschlossen sind. Wir bieten Ihnen daher an, vor der Terminierung Ihrer Geschäftsreise in den Iran den folgenden Kalender zu konsultieren, in dem Sie fortlaufend die Feiertage der kommenden drei Monate einsehen können. Grundsätzlich gilt: das iranische Wochenende fällt auf Donnerstag und Freitag. Samstag und Sonntag sind - von Feiertagen abgesehen - reguläre Arbeitstage.

Wichtiger Hinweis: Die meisten Firmen, Banken und Organisationen betreiben vom 10. März bis zum 10. April 2018 keine oder nur eingeschränkt Geschäfte. Offiziell sind diese Einrichtungen vom 20. bis 24. März 2018 geschlossen, inoffiziell sind jedoch auch die weiteren Tage in diesem Zeitraum von Schließung betroffen. Aus diesem Grund empfehlen wir, zu dieser Zeit keine Geschäftsreisen in den Iran zu tätigen. Auch während des Fastenmonats Ramadan (16. Mai bis 14. Juni 2018) wird die Geschäftstätigkeit herunter gefahren und von Reisen in den Iran wird zu dieser Zeit abgeraten.

Januar:

  • keine Feiertage

Februar:

  • 11. Februar: Tag der Revolution
  • 20. Februar: Martyrium des Hazrat Fatemah

März:

  • 20. März: Tag der Nationalisierung des Erdöls
  • 21. März: Persisches Neujahrsfest
  • 22. - 24. März: Persische Neujahrsfeiertage
  • 31. März: Geburtstag des Imam Ali

April:

  • 01. April: Tag der Islamischen Republik
  • 02. April: Tag der Natur
  • 14. April: Himmelfahrt des Propheten

Mai:

  • 02. Mai: Geburtstag des Imam Mahdi

Juni:

  • 04. Juni: Khomeinis Todestag
  • 05. Juni: Jahrestag des Aufstandes gegen den Shah
  • 06. Juni: Martyrium des Imam Ali
  • 15. - 16. Juni: Eid-e-Fetr (Fest des Fastenbrechens)

Juli:

  • 09. Juli: Martyrium des Imam Sadeq

August:

  • 22. August: Eid-e-Ghorban (Opferfest)
  • 30. August: Eid-al-Ghadir

September:

  • 19. September: Tassoua
  • 20. September: Ashoura

Oktober:

  • 30. Oktober: Arbaeen

November:

  • 07. November: Todestag des Propheten und Martyrium des Imam Hassan
  • 08. November: Martyrium des Imam Reza
  • 16. November: Martyrium des Imam Hassan
  • 25. November: Geburtstag des Propheten und des Imam Sadeq

Dezember:

  • keine Feiertage

Briefversand in den Iran

Solange die Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran noch nicht vollständig aufgehoben sind, ist der Versand auch eines einfachen Schreibens auf dem Postweg in den Iran aufwändig. Beispielhaft sei hier der Versand eines Briefes in einem C4 Kuvert beschrieben.

Zusätzlich zu dem eigentlichen Brief müssen der Sendung folgende Unterlagen beigelegt werden, damit der Brief vom Zoll weitergeleitet bzw. vom Versandunternehmen (z. B. DHL) angenommen wird:

  • Rechnung: Es wird in jedem Fall eine (Proforma-)Rechnung über den Inhalt des Briefes benötigt – diese kann auch den Rechnungsbetrag 0 € ausweisen.
  • 2. EORI-Nummer: Es muss die EORI-Nummer des versendenden Unternehmens angegeben werden. Unternehmen, die Kontakte zu Nicht-EU-Ländern pflegen, besitzen in der Regel bereits eine EORI-Nummer. Pro Unternehmen wird vom Zoll eine EORI-Nummer vergeben, die dann für alle Vorgänge verwendet werden kann.
  • Alle Informationen zur Beantragung können Sie auf den Seiten des deutschen Zolls unter Beantragung einer EORI-Nummer und Änderung der Beteiligtendaten nachlesen.
  • Gewährleistungs- und Entschädigungszusage: Da gegen den Iran weiterhin gewisse Sanktionen bestehen muss eine ausgefüllte Gewährleistungs- und Entschädigungszusage (Indemnity Letter) unterschrieben beigelegt werden. Die Vorlage dazu finden Sie unter DHL - Indemnity Letter.
  • Zoll: Die Ausfuhr des Briefs muss beim Zoll angemeldet werden.
  • Postversand: Der Brief kann erst dann losgeschickt werden, wenn ein Zollbeamter die Dokumente im Original eingesehen und den Brief per Packstückverschluss versiegelt hat. Hierzu kommt der Zoll in Ihr Unternehmen. Dieser Vorgang kann beschleunigt werden, indem die Unterlagen bei der nächsten Zollbehörde zur Prüfung vorgelegt werden.

Die Abwicklung der Zollunterlagen (Erstellen von Ausfuhranmeldungen) wird auch von Logistikdienstleistern angeboten wie beispielsweise von M2LOGISTIK.

Unserer Erfahrung nach benötigt der Briefversand in den Iran auf diese Weise etwa vier Tage.

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