Letzte Aktualisierung: 04. Dezember 2017

Pressemitteilung

Erwartungen der schwäbischen Wirtschaft an die künftige Bundesregierung / Dr. Markus Partik: „Wieder mehr Wirtschaft wagen“

04.12.2017 - Augsburg

„Globale Konkurrenz, digitale Transformation und Fachkräftemangel: Unsere Unternehmen stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Um sie zu meistern, brauchen sie die passenden Rahmenbedingungen. Die künftige Bundesregierung muss nach Jahren ausgedehnter Sozialpolitik die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und wieder mehr Wirtschaft wagen“, fasste Dr. Markus Partik, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Region Augsburg in einem Pressegespräch die Erwartungen der schwäbischen Wirtschaft zusammen, zu dem die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zusammen mit den Verbänden der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bayme vbm eingeladen hatte.

vbw und bayme vbm setzen darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau modernster digitaler Infrastruktur vorantreibt Dazu gehört maßgeblich der Breitbandausbau. Dr. Partik dazu: „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute zwar knapp drei Viertel der Haushalte in Bayern über schnelles Internet. Allerdings hinkt der ländliche Raum hinterher: In manchen Kommunen in Schwaben erreichen nur 40 Prozent der Haushalte den 50-Mbit-Standard. Die Lücken müssen schleunigst geschlossen werden. Das Ziel muss sein, bis 2020 eine flächendeckende Versorgung mit 100 Mbit zu erreichen.“

Die Verkehrsinfrastruktur in der Region ist nach Ansicht der schwäbischen Wirtschaft im Großen und Ganzen leistungsfähig. „Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir die folgenden Projekte schnell verwirklichen: Der Ausbau der A7 zwischen Hittistetten und der Anschlussstelle Illertissen muss so rasch wie möglich vorangebracht werden. Auch die Erweiterung der B12 zwischen Marktoberdorf und dem Autobahnanschluss Jengen / Kaufbeuren sowie der vierspurige Ausbau zwischen Buchloe und Kempten stehen oben auf der Prioritätenliste“, unterstreicht Dr. Partik.

Zwingend erforderlich ist nach Ansicht von vbw und bayme vbm eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. „In der Arbeitswelt 4.0 brauchen wir auch Arbeitszeitregelungen 4.0. Die gesetzlichen Leitplanken müssen sich den veränderten Arbeits- und auch Lebensumständen von heute und morgen anpassen“, betonte Dr. Partik und erklärte: „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, diese flexibler zu verteilen – konkret um eine wöchentliche statt tägliche Betrachtung der Höchstarbeitszeit.“

Eine teilweise Absenkung der Arbeitszeit – wie die IG Metall dies in der aktuellen Tarifrunde in der M+E-Industrie fordert – lehnen die Verbände dagegen klar ab. „Die Forderungen der IG Metall sind Gift für unsere Wirtschaft. Eine solche Arbeitszeitverkürzung passt überhaupt nicht in die heutige Arbeitswelt: Insgesamt summiert sich der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit dem zugleich geforderten Teillohnausgleich auf mehr als 33.000 Vollzeitarbeitsplätze in Bayern. Das wäre in Zeiten des Fachkräftemangels verheerend“, so Dr. Partik: „In Schwaben ist die Situation bereits jetzt problematisch: Bei uns kommen ungeachtet der passenden Qualifikation auf jede offene Stelle rechnerisch 1,6 Arbeitslose, in der schwäbischen M+E-Industrie sogar nur 0,5. Im Klartext: Die fehlenden Fachkräfte werden nicht ersetzbar sein.“

Dr. Partik fasst zusammen: „Wohlstand entsteht nur durch Wirtschaftskraft. Damit unser Land auch in zehn Jahren erfolgreich ist, müssen jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Wir brauchen daher so schnell wie möglich eine dauerhaft stabile und handlungsstarke Regierung. Sie muss die Weichen rasch auf Wachstum und Zukunftsfähigkeit stellen.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Tobias Kochta

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Tobias Kochta
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben