Letzte Aktualisierung: 28. November 2017

Pressemitteilung

Erwartungen der oberbayerischen Wirtschaft an die künftige Bundesregierung / Anton Klaus Kathrein: „Wieder mehr Wirtschaft wagen“

28.11.2017 - Rosenheim

„Globale Konkurrenz, digitale Transformation und Fachkräftemangel: Unsere Unternehmen stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Um sie zu meistern, brauchen sie die passenden Rahmenbedingungen. Die künftige Bundesregierung muss nach Jahren ausgedehnter Sozialpolitik die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und wieder mehr Wirtschaft wagen“, fasste Anton Klaus Kathrein, vbw Vorstandsmitglied und Vorsitzender der bayme vbm Region Südost-Bayern in einem Pressegespräch die Erwartungen der oberbayerischen Wirtschaft zusammen, zu dem die
vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zusammen mit den Verbänden der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bayme vbm eingeladen hatte.

Speziell für Südost-Oberbayern sieht Kathrein die Notwendigkeit, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau modernster digitaler Infrastruktur vorantreibt. Dazu gehört maßgeblich der Breitbandausbau. Kathrein dazu: „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute zwar knapp drei Viertel der Haushalte in Bayern über schnelles Internet. Allerdings hinkt der ländliche Raum hinterher: In manchen Kommunen in Oberbayern erreichen nur 40 Prozent der Haushalte den 50-Mbit-Standard. Die Lücken müssen schleunigst geschlossen werden. Das Ziel muss sein, bis 2020 eine flächendeckende Versorgung mit 100 Mbit zu erreichen.“

Die Verkehrsinfrastruktur in der Region ist nach Ansicht der oberbayerischen Wirtschaft im Großen und Ganzen leistungsfähig. „Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir die folgenden Projekte schnell verwirklichen: Der Ausbau der B15 neu zwischen Regensburg und Rosenheim muss so rasch wie möglich vorangebracht werden. Die Strecke zwischen München und Passau muss durchgängig mit einer Autobahn erreichbar sein. Daher steht die Fertigstellung der A94 weiter ganz oben auf der To-do-Liste. Im Schienenverkehr muss die Strecke München – Mühldorf – Chemiedreieck – Freilassing durchgängig mit zwei Gleisen und Elektrifizierung ausgebaut werden. Der Zulauf zum Brennerbasistunnel ist über einen Schienenweg zwischen München und der Grenze zu Österreich in Kufstein sicherzustellen“, unterstreicht Kathrein.

Zwingend erforderlich ist nach Ansicht von vbw und bayme vbm eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. „In der Arbeitswelt 4.0 brauchen wir auch Arbeitszeitregelungen 4.0. Die gesetzlichen Leitplanken müssen sich den veränderten Arbeits- und auch Lebensumständen von heute und morgen anpassen“, betonte Kathrein und erklärte: „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, diese flexibler zu verteilen – konkret um eine wöchentliche statt tägliche Betrachtung der Höchstarbeitszeit.“

Eine teilweise Absenkung der Arbeitszeit – wie die IG Metall dies in der aktuellen Tarifrunde in der M+E-Industrie fordert – lehnen die Verbände dagegen klar ab. „Die Forderungen der IG Metall sind Gift für unsere Wirtschaft. Eine solche Arbeitszeitverkürzung passt überhaupt nicht in die heutige Arbeitswelt: Insgesamt summiert sich der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit dem zugleich geforderten Teillohnausgleich auf mehr als 33.000 Vollzeitarbeitsplätze in Bayern. Das wäre in Zeiten des Fachkräftemangels verheerend“, so Kathrein: „In Oberbayern ist die Situation bereits jetzt problematisch: Bei uns kommen ungeachtet der passenden Qualifikation auf jede offene Stelle rechnerisch 2,3 Arbeitslose, in der oberbayerischen M+E-Industrie sogar nur 0,8. Im Klartext: Die fehlenden Fachkräfte werden nicht ersetzbar sein.“

Kathrein fasst zusammen: „Wohlstand entsteht nur durch Wirtschaftskraft. Damit unser Land auch in zehn Jahren erfolgreich ist, müssen jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Wir brauchen daher so schnell wie möglich eine dauerhaft stabile und handlungsstarke Regierung. Sie muss die Weichen rasch auf Wachstum und Zukunftsfähigkeit stellen.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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