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    Letzte Aktualisierung: 05. April 2016

    Pressemitteilung

    vbw zieht positives Fazit des Modellprojekts „IdA 120“ zur Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt und gibt Ausblick über weitere Initiativen

    05.04.2016 - München

    Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zieht ein positives Fazit ihres Modellprojekts ‚IdA 120‘ zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt: 35 Teilnehmer konnten erfolgreich in eine Arbeitsstelle, Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung vermittelt werden. „Wir sind mit 109 Teilnehmern in die Berufsintegrationsphase gestartet. Unsere Vermittlungsquote von 32 Prozent ist überdurchschnittlich“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt nach Abschluss des neunmonatigen Modellprojekts IdA 120, das die vbw im letzten Jahr konzipiert und gestartet hatte.

    Das Projekt wurde gemeinsam von der vbw, den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbänden bayme vbm, der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit und dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration finanziert. Operativ umgesetzt wurde das Projekt durch das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Hauptinhalte von IdA 120 waren der Erwerb der deutschen Sprache und Praktikumseinsätze in den beteiligten Unternehmen. IdA 120 richtete sich an Asylbewerber ab 21 Jahren, die eine hohe Bleibeperspektive in Deutschland haben und über gute Vorqualifikationen verfügen. Das Modellprojekt wurde an fünf Standorten durchgeführt: München, Nürnberg, Regensburg, Augsburg und Mainburg.

    Größte Herausforderung war es, den Spracherwerb der Asylbewerber sicherzustellen. Brossardt: „Hier muss auch von Seiten der Politik eine bestmögliche Unterstützung geleistet werden.“ Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass in der Integrationsphase frühestmöglich mit der Überprüfung der Kompetenzen der Asylbewerber begonnen wird. „Die kontinuierliche und intensive Betreuung von Asylbewerbern durch persönliche Coaches haben wesentlich zum Projekterfolg beigetragen.“

    Brossardt betonte, dass die Erkenntnisse aus IdA 120 als „Blaupause“ weiterentwickelt in die Initiative „IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit“ eingeflossen sind. Die vbw hat dazu mit ihren Partnern ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit zwölf Einzelprojekten gestartet. Kernstück ist dabei das Projekt IdA 1000. „Damit wollen wir über 1.000 Asylbewerber und Flüchtlinge bei der Integration in den Arbeitsmarkt in allen Regierungsbezirken Bayerns unterstützen. Dies machen wir durch sprachliche und berufliche Qualifizierung, Arbeitserprobung, Kompetenzförderung und Praktika. Das Projekt hat aktuell bereits 474 Teilnehmer“, so Brossardt.

    Mit dem Projekt IdA BayernTurbo werden jugendliche Flüchtlinge und Asylsuchende, die eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit haben und aufgrund ihrer guten Vorbildung für eine Ausbildung infrage kommen, mit Sprachförderungen und Praktika kurzfristig auf eine Ausbildung vorbereitet. Bertram Brossardt: „Den Begriff ‚kurzfristig‘ meinen wir wörtlich. Innerhalb von sechs Monaten sollen die Bewerber fit für eine Ausbildungsstelle sein. Das Projekt startete mit einem Sprachkurs im Januar, ein Berufsintegrationskurs mit Praktika beginnt jetzt im März.“

    Im Januar startete auch die IdA Ausbilderqualifikation: Dabei handelt es sich um eine Workshop-Reihe für Unternehmensmitarbeiter, die im Umgang mit Flüchtlingen im Unternehmen geschult werden. Aktuell werden 16 Workshops in ganz Bayern durchgeführt.

    Ein weiteres Projekt sind sieben IdA-Navigatoren, von denen es einen in jedem Regierungsbezirk gibt. „Der IdA Navigator steuert die vielfältigen IdA-Aktivitäten vor Ort und ist Ansprechpartner für Unternehmen, Flüchtlinge und die Kooperations- und Netzwerkpartner“, erläutert Brossardt.

    Die vbw legt Wert darauf, die Beschäftigungschancen von Flüchtlingen realistisch einzuschätzen: „Kurzfristig wird für weniger als zehn Prozent der Eintritt in den Arbeitsmarkt möglich sein. Mittelfristig und vor allem langfristig können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Erwachsene Asylbewerber werden allerdings selbst langfristig nur schwer in den Arbeitsmarkt integrierbar sein. Die Wirtschaft wird ihren Teil zur Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe beitragen. Wir investieren dafür mit unseren Projekten rund 6,7 Millionen Euro“, so Brossardt.

    Von der Bundesregierung und der EU fordert die vbw eine deutliche Zuwanderungsbegrenzung, eine gemeinsame europäische Lösung sowie eine Nichtausweitung innereuropäischer Grenzkontrollen. „Flüchtlinge mit Bleibeperspektive und Unternehmen, die Flüchtlingen Arbeit bieten, benötigen eine bessere Planungs- und Rechtssicherheit. Außerdem müssen Hürden für den Einstieg in Ausbildung und Beschäftigung abgebaut werden“, sagte Brossardt.


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    Eva Schirmbeck

    Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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