Letzte Aktualisierung: 08. Juni 2017

Pressemitteilung

vbw wirbt in Unterfranken für flexible Gestaltung der Arbeitszeit / Fieber: „Das Arbeitszeitrecht braucht dringend ein Update“

08.06.2017 - Würzburg

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. wirbt zusammen mit 31 Mitgliedsverbänden mit der Kampagne „So möchte ich arbeiten!“ für mehr Flexibilität in der Arbeitszeit. „Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung bestimmen zunehmend die Arbeitswelt. Dazu brauchen die Unternehmen Flexibilität. Mobiles Arbeiten bietet aber auch den Beschäftigten die Möglichkeit, die Work-Life-Balance deutlich zu verbessern. Mehr Eigenverantwortung und flachere Hierarchien sind für viele Menschen attraktiv. Die deutschen Arbeitszeitregelungen stammen aus den 70er- und 80er-Jahren und brauchen dringend ein Update. Dafür werben wir mit einer umfassenden Kampagne“, sagte der Vorsitzende der vbw Bezirksgruppe Unterfranken, Wolfgang Fieber, bei der Präsentation der Kampagne in Würzburg.

Die vbw betont, dass es ihr nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die flexible Gestaltung der Arbeitszeit geht. „Die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen muss der Spielraum der Europäischen Richtlinie ausgeschöpft werden, die eine wochenbezogene Betrachtung und eine Wochenarbeitszeit von durchschnittlich maximal 48 Stunden vorsieht. Beschäftigte und Betriebe gewinnen dadurch Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeit“, so Fieber.

Zudem fordert die vbw, die pauschale elfstündige tägliche Mindestruhezeit abzuschaffen. „Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt. Deswegen brauchen wir eine Klarstellung, dass gelegentliche, kurzfristige Tätigkeiten mit geringer Beanspruchung keine Unterbrechung dieser Ruhezeit bedeuten“, sagte Fieber.

Daniel Grimm, Geschäftsführer des Hotels Brunnenhof in Weibersbrunn und Mitglied im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V., erläuterte die Problematik des Arbeitszeitgesetzes für seine Branche und seinen Betrieb: „In unserer Branche müssen wir flexibel auf Änderungen reagieren. Gruppen melden sich kurzfristig an, um bewirtet zu werden. Hochzeitsgesellschaften wollen weiterfeiern, obwohl die Höchstarbeitszeit eigentlich bereits um 01:00 Uhr nachts erreicht wäre. Deshalb benötigen wir mehr Flexibilität, damit wir gemeinschaftlich zu jeder Zeit unseren Gästen den besten Service bieten können. Nur so sichern wir auch die Zukunft unserer Arbeitsplätze.“

Christoph Heller, Vorstand der Schäflein AG und Mitglied im LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e. V., erklärte: „Heutzutage werden vom Logistikdienstleister ein immer längeres Bestellfenster und immer kürzere Lieferzeiten verlangt und dies bei stark schwankenden Mengen. Das fordert der Logistikkette ein hohes Maß an Flexibilität ab. Die dementsprechende Anpassung der Arbeitszeiten ist hier eine logische Konsequenz, um dem vom Markt und Kunden geforderten Bedarf zu entsprechen.“

Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Infosim GmbH & Co. KG Optimized Networks und Mitglied im bayme – Bayerischer Unternehmensverband Metall- und Elektro, ergänzte: „Eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung schafft Arbeitsplätze und hilft uns, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Softwareentwicklung ist ein kreativer Prozess und sollte die Flexibilität bekommen, die zum kreativen Arbeiten notwendig ist.“

Ziel der Kampagne ist es, die zentrale Forderung – mehr Flexibilität in der Arbeitszeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber – einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Deshalb zeigt die Kampagne Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Branchen in ihrer persönlichen Arbeitsrealität.

Unter der Überschrift „So möchte ich arbeiten!“ erläutern die Arbeitnehmer, warum sie mehr Flexibilität in der Arbeitszeit benötigen und warum das für alle – Arbeitnehmer, Arbeitgeber und nicht zuletzt Verbraucher – wichtig ist. Die Kampagne wurde Ende April gestartet und läuft bis zur Bundestagswahl am 24. September. Das Motto und die Motive zum Thema Arbeitszeit werden auf Großflächenplakaten in ganz Bayern, auf Online-Bannern, in Broschüren und auf Bierfilzen gezeigt. Die vbw stellt derzeit ihre Aktionen in allen Regierungsbezirken vor.

Dreh- und Angelpunkte sind die Kampagnenwebsite www.so-moechte-ich-arbeiten.de und die Social-Media-Kanäle. Dort finden Sie verschiedene Branchenbeispiele und Video-Interviews.


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Ansprechpartner
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Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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