Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2017

Pressemitteilung

vbw wirbt in Schwaben für flexible Gestaltung der Arbeitszeit / Von der Leyen: „Das Arbeitszeitrecht braucht dringend ein Update“

31.05.2017 - Augsburg

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. wirbt zusammen mit 31 Mitgliedsverbänden mit der Kampagne „So möchte ich arbeiten!“ für mehr Flexibilität in der Arbeitszeit. „Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung bestimmen zunehmend die Arbeitswelt. Dazu brauchen die Unternehmen Flexibilität. Mobiles Arbeiten bietet aber auch den Beschäftigten die Möglichkeit, die Work-Life-Balance deutlich zu verbessern. Mehr Eigenverantwortung und flachere Hierarchien sind für viele Menschen attraktiv. Die deutschen Arbeitszeitregelungen stammen aus den 70er- und 80er-Jahren und brauchen dringend ein Update. Dafür werben wir mit einer umfassenden Kampagne“, sagte der Vorsitzende der vbw Bezirksgruppe Schwaben, Philipp Erwein Prinz von der Leyen, bei der Präsentation der Kampagne in Augsburg.

Die vbw betont, dass es ihr nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die flexible Gestaltung der Arbeitszeit geht. „Die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen muss der Spielraum der Europäischen Richtlinie ausgeschöpft werden, die eine wochenbezogene Betrachtung und eine Wochenarbeitszeit von durchschnittlich maximal 48 Stunden vorsieht. Beschäftigte und Betriebe gewinnen dadurch Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeit“, so von der Leyen.

Zudem fordert die vbw, die pauschale elfstündige tägliche Mindestruhezeit abzuschaffen. „Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt. Deswegen brauchen wir eine Klarstellung, dass gelegentliche, kurzfristige Tätigkeiten mit geringer Beanspruchung keine Unterbrechung dieser Ruhezeit bedeuten“, sagte von der Leyen.

Gabi Dreisbach, Geschäftsführende Gesellschafterin des „Best Hotel Zeller“ in Königsbrunn und Stellvertreterin der Kreisstelle Augsburg des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e. V., erläuterte die Problematik des Arbeitszeitgesetzes für ihre Branche und ihren Betrieb: „Das Gastgewerbe ist geprägt von starken, oftmals nicht planbaren Nachfrageschwankungen. Hochzeits- und Geburtstagsfeiern dauern oft länger als ursprünglich vorgesehen. Zudem ist zum Beispiel der Besuch des Biergartens stark vom Wetter abhängig. Selbst bei bester Planung müssen Hoteliers und Gastronomen oft kurzfristig reagieren, um Gästewünsche zu befriedigen.“

Dr. Markus Partik, Geschäftsführer der SGL CARBON GmbH, und Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Schwaben, schildert seine Erfahrungen aus der M+E Industrie: „Zu den heutigen Anforderungen passt eine täglich vorgegebene Arbeitszeit nicht mehr. Wir benötigen einen wöchentlichen Arbeitszeit-
rahmen, innerhalb dessen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf ein praktikables Arbeitszeitmodell einigen können. Dies kommt unseren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern entgegen, die sich im Rahmen ihrer persönlichen Lebensplanung ebenfalls mehr Flexibilität wünschen und hilft den Unternehmen besser auf die betrieblichen Anforderungen zu reagieren.“

Wolfgang Thoma, Geschäftsführer Ansorge Logistik und Vertreter des LBS - Landesverband Bayerischer Spediteure e.V., betonte: „Ob es um Ersatzteile für Maschinen, Komponenten für die Produktion, JIT Belieferungen oder einfach nur um den Onlinehandel mit Schuhen und Bekleidung geht: Alles wird in noch kürzeren Abständen bestellt und fordert so der Logistikkette eine hohes Maß an Flexibilität ab. Das Arbeitszeitgesetz muss der Realität angepasst werden.“

Ziel der Kampagne ist es, die zentrale Forderung – mehr Flexibilität in der Arbeitszeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber – einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Deshalb zeigt die Kampagne Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Branchen in ihrer persönlichen Arbeitsrealität.

Unter der Überschrift „So möchte ich arbeiten!“ erläutern die Arbeitnehmer, warum sie mehr Flexibilität in der Arbeitszeit benötigen und warum das für alle – Arbeitnehmer, Arbeitgeber und nicht zuletzt Verbraucher – wichtig ist. Die Kampagne wurde Ende April gestartet und läuft bis zur Bundestagswahl am 24. September. Das Motto und die Motive zum Thema Arbeitszeit werden auf Großflächenplakaten in ganz Bayern, auf Online-Bannern, in Broschüren und auf Bierfilzen gezeigt. Die vbw stellt derzeit ihre Aktionen in allen Regierungsbezirken vor.

Dreh- und Angelpunkte sind die Kampagnenwebsite www.so-moechte-ich-arbeiten.de und die Social-Media-Kanäle. Dort finden Sie verschiedene Branchenbeispiele und Video-Interviews.


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Ansprechpartner
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Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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