Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2017

Pressemitteilung

vbw wirbt in Oberfranken für flexible Gestaltung der Arbeitszeit/ Kaeser: „Das Arbeitszeitrecht braucht dringend ein Update“

19.06.2017 - Bamberg

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. wirbt zusammen mit 31 Mitgliedsverbänden mit
der Kampagne „So möchte ich arbeiten!“ für mehr Flexibilität in der Arbeitszeit. „Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung bestimmen zunehmend die Arbeitswelt. Dazu brauchen die Unternehmen Flexibilität. Mobiles Arbeiten bietet aber auch den Beschäftigten die Möglichkeit, die Work-Life-Balance deutlich zu verbessern. Mehr Eigenverantwortung und flachere Hierarchien sind für viele Menschen attraktiv. Die deutschen Arbeitszeitregelungen stammen aus den 70er- und 80er-Jahren und brauchen dringend ein Update. Dafür werben wir mit einer umfassenden Kampagne“, sagte der Vorsitzende der vbw Bezirksgruppe Oberfranken, Thomas Kaeser, bei der Präsentation der Kampagne in
Bamberg.

Die vbw betont, dass es ihr nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die flexible Gestaltung der Arbeitszeit geht. „Die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen muss der Spielraum der Europäischen Richtlinie ausgeschöpft werden, die eine wochenbezogene Betrachtung und eine Wochen-arbeitszeit von durchschnittlich maximal 48 Stunden vorsieht. Beschäftigte und Betriebe gewinnen dadurch Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeit“, so Kaeser.

Zudem fordert die vbw, die pauschale elfstündige tägliche Mindestruhezeit abzuschaffen. „Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt. Deswegen brauchen wir eine Klarstellung, dass gelegentliche, kurzfristige Tätigkeiten mit geringer Beanspruchung keine Unterbrechung dieser Ruhezeit bedeuten“, sagte Kaeser.

Andrea Luger, Bezirksvorsitzende Oberfranken des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e. V., erläuterte die Problematik des Arbeitszeitgesetzes für ihre Branche: „Das Gastgewerbe ist geprägt von starken, oftmals nicht planbaren Nachfrageschwankungen. Deshalb benötigen wir mehr Flexibiliät in der Arbeitszeit, damit wir unseren Gästen zu jeder Zeit besten Service bieten können.“

Reinhold Grötsch, Geschäftsführer Franken des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) e. V., erklärte: „Es geht nicht um eine Verlängerung der Arbeitszeit, sondern um eine Flexibilisierung im Rahmen der existierenden europäischen Rechtsordnung. Und es geht ausschließlich um unser stationäres Personal, nicht um das Fahrpersonal.“

Andreas Franz, Geschäftsführer der Geschäftsstelle der Bauinnung Region Bayreuth und des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen, fügte hinzu: „Auf dem Bau sind wir abhängig vom Wetter. Das heißt, wir arbeiten dann, wenn das Wetter es zulässt – und nicht wenn das Gesetz es zulässt. Das erwarten auch unsere Kunden von uns. Deshalb ist hier ein hohes Maß an Flexibilität gefragt. Eine entsprechende Anpassung der Arbeitszeiten ist die logische Konsequenz, um dem vom Kunden geforderten Bedarf zu entsprechen.“

Dr. Wilhelm Böhmer, Direktor des Bayerischen Bauernverbands, Hauptgeschäftsstelle Oberfranken, sagte: „Spargel, Erdbeeren und Weintrauben müssen geerntet werden, wenn sie reif sind. Unsere Saisonarbeitskräfte – vorwiegend aus den osteuropäischen Ländern – auf die wir dringend angewiesen sind, wollen auch in der Zeit, in der sie hier sind, gerne arbeiten, um gutes Geld zu verdienen. Unsere Betriebsleiter übernehmen für ihre Saisonarbeitskräfte eine besondere Verantwortung und den Gesundheitsschutz besonders wichtig. Warum? Im nächsten Jahr sollen die Kräfte ja wieder kommen.“

Ziel der Kampagne ist es, die zentrale Forderung – mehr Flexibilität in der Arbeitszeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber – einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Deshalb zeigt die Kampagne Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Branchen in ihrer persönlichen Arbeitsrealität.

Unter der Überschrift „So möchte ich arbeiten!“ erläutern die Arbeitnehmer, warum sie mehr Flexibilität in der Arbeitszeit benötigen und warum das für alle – Arbeitnehmer, Arbeitgeber und nicht zuletzt Verbraucher – wichtig ist. Die Kampagne wurde Ende April gestartet und läuft bis zur Bundestagswahl am 24. September. Das Motto und die Motive zum Thema Arbeitszeit werden auf Großflächenplakaten in ganz Bayern, auf Online-Bannern, in Broschüren und auf Bierfilzen gezeigt. Die vbw stellt derzeit ihre Aktionen in allen Regierungsbezirken vor.

Dreh- und Angelpunkte sind die Kampagnenwebsite www.so-moechte-ich-arbeiten.de und die Social-Media-Kanäle. Dort finden Sie verschiedene Branchenbeispiele und Video-Interviews.


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Ansprechpartner
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Kristina Stuppi

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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Kristina Stuppi
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