Letzte Aktualisierung: 17. August 2016

Pressemitteilung

vbw weist Forderung nach höherem Arbeitgeberanteil zurück / Brossardt: „Arbeitgeber zahlen deutlich mehr für Krankheitskostenfinanzierung“

17.08.2016 - München

In der Diskussion um die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weist die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Forderungen nach einem höheren Arbeitgeberanteil zurück und betont, dass die Arbeitgeber nach wie vor einen deutlich höheren Kostenanteil an der Krankheitskostenfinanzierung als die Arbeitnehmer tragen. Dazu erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Unterm Strich zahlen die Arbeitgeber mit 11,6 Prozent für die Finanzierung der GKV drei Prozent mehr als die Arbeitnehmer mit im Schnitt 8,65 Prozent. Zu dem Krankenversicherungsbeitragssatz von je 7,3 Prozent, den seit dem 01. Januar 2015 sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zahlen müssen, kommen auf Versichertenseite rund 13 Milliarden Euro durch den Zusatzbeitrag und rund drei Milliarden Euro an Selbstbeteiligungen hinzu. Auf Arbeitgeberseite schlägt allein die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall mit insgesamt rund 51 Milliarden Euro zu Buche.“

Hinzu kommt, dass die Arbeitgeber etliche Posten in der Sozialversicherung alleine finanzieren, darunter beispielsweise die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung und die vollständigen Krankenversicherungsbeiträge für Minijobber. Forderungen, den Arbeitgeberteil zu erhöhen, weist die vbw mit Nachdruck zurück. „Eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils, wie er in der aktuellen Debatte wieder gefordert wird, würde die Verteilung der Krankheitskostenfinanzierung weiter aus dem Gleichgewicht bringen. In der Folge würden die ohnehin hohen Arbeitskosten in Deutschland weiter steigen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen würde sinken“, so Brossardt. „Die Forderung nach ‚echter paritätischer Finanzierung‘ – also einer exakt gleichen Kostenaufteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern – ist kurzsichtig: Da die Arbeitgeber deutlich mehr für die Krankheitskostenfinanzierung bezahlen, wäre dies vor allem für die Arbeitnehmer ein schlechtes Geschäft.“


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