Letzte Aktualisierung: 30. Mai 2016

Pressemitteilung

vbw warnt vor wirtschaftlichen und politischen Folgen eines Brexit / Brossardt: „Bayerische Wirtschaft besonders betroffen“

30.05.2016 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. warnt vor den negativen Folgen eines EU-Austritts des Vereinigten Königreichs. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Großbritannien ist mit 7,5 Prozent der Ausfuhren der drittgrößte Exportmarkt Deutschlands. Für Bayerns Außenhandel ist das Vereinigte Königreich sogar noch wichtiger. Seit dem vergangenen Jahr ist es mit 8,6 Prozent der Ausfuhren hinter den USA der zweitgrößte Exportmarkt Bayerns. Deutschland und Bayern weisen gegenüber dem Vereinigten Königreich zudem einen hohen Exportüberschuss auf, besonders bei Kraftwagen und Maschinen. Auch bei den Investitionen ist die Verflechtung zwischen unseren Ländern groß. 11 Prozent aller deutschen Direktinvestitionen im Ausland wurden in Großbritannien getätigt. Umgekehrt stammen 8,1 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland aus Großbritannien, in Bayern sind es sogar 9,7 Prozent. Das zeigt: Unsere Wirtschaft wäre von einem Brexit besonders betroffen.“

Nach Überzeugung der vbw würde insbesondere das Vereinigte Königreich für einen Austritt einen hohen Preis zahlen. „Die EU ist schließlich der größte Binnenmarkt der Welt und für Großbritannien mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt. Ein Brexit könnte für die britische Wirtschaft Wachstumseinbußen von bis zu zehn Prozent zur Folge haben. Auch Londons Status als Finanzzentrum der EU wäre kaum zu halten“, so Brossardt. Der vbw Hauptgeschäftsführer macht deutlich, dass durch einen Brexit letztlich Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand in der gesamten EU sinken würden: „Denn mit dem Vereinigten Königreich würde ein Nettozahler aus der EU ausscheiden, Exporte und Importe würden sich verteuern und das verlangsamte britische Wachstum würde die Nachfrage nach Exportgütern dämpfen.“

Brossardt zufolge hätte ein Brexit nicht nur gravierende wirtschaftliche Folgen, sondern würde auch die politische Krise der EU weiter verschärfen. „Deutschland würde einen wichtigen Partner bei der Verteidigung von Freihandel und Marktwirtschaft verlieren. Dagegen bekämen euroskeptische Kräfte weiter Auftrieb, die sich zum Ziel gesetzt haben, die EU zu demontieren. Das gefährdet nicht nur die europäische Idee, sondern auch Wohlstand und Beschäftigung. Wir hoffen, dass sich der britische Pragmatismus durchsetzt und die Bürger Großbritanniens für den EU-Verbleib stimmen“, so Brossardt.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Michael Reithmeier

+49 (0)89-55178-376
Michael Reithmeier
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben