Letzte Aktualisierung: 30. März 2016

Pressemitteilung

vbw warnt vor weiterem „Streikjahr“ in Deutschland / Brossardt: „Streik kein geeignetes Mittel der Tarifauseinandersetzung“

30.03.2016 - München

2015 war das Jahr mit den meisten Arbeitsniederlegungen in Deutschland seit 1992. Insgesamt fielen nach Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) letztes Jahr 960.000 Arbeitstage durch Streiks aus. Das waren sechsmal mehr Arbeitsausfälle als jeweils in den beiden Jahren zuvor. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. warnt daher: 2016 darf zu keinem weiteren Streikjahr werden. „Unser Land hat sich von der Konkurrenz stets durch Verlässlichkeit und stabile Arbeitsbeziehungen mit relativ wenigen streikbedingten Ausfalltagen positiv abgehoben. Die vermehrten Streiks im Jahr 2015 haben einen zentralen Standortvorteil Deutschlands gefährdet. Solch einen Negativrekord darf es nicht noch einmal geben“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Deutschland verliert nach Brossardts Worten neben den hohen und weiter steigenden Arbeitskosten auch deshalb an Wettbewerbsfähigkeit, weil die wachsende Zahl an streikbedingten Ausfalltagen im Inland einhergeht mit einem Streikrückgang in anderen Ländern. So ist beispielsweise die Zahl der durch Streik ausgefallenen Arbeitstage je 1.000 Arbeitnehmer in den Niederlanden deutlich gesunken: von durchschnittlich 18 Tagen (1995 bis 2004) auf 8 Tage (2005 bis 2014). In Schweden gab es in der gleichen Zeit einen Rückgang von 40 auf 5 und in den USA von 27 auf 8 Tage. Selbst in den als streikfreudig bekannten Ländern Spanien und Italien hat sich die Zahl der streikbedingt ausgefallenen Arbeitstage in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert.

2016 stehen Tarifverhandlungen für insgesamt elf Millionen Beschäftigte in Deutschland an: im Öffentlichen Dienst von Bund und Ländern, im Bauhauptgewerbe, in der Zeitarbeit, in der chemischen Industrie sowie in der Metall- und Elektroindustrie. Brossardt appelliert an die Gewerkschaften, dass die tarifpolitische Vernunft im Mittelpunkt der diesjährigen Tarifverhandlungen stehen muss: „Streik ist in der globalisierten Welt kein geeignetes Mittel der Tarifauseinandersetzung. Gerade für die Industrie sind Streiks verheerend, da sie besonders im globalen Wettbewerb steht. So erzielen die M+E Unternehmen in Bayern 60 Prozent ihres Umsatzes im Ausland, bei der Chemie sind es 65 Prozent.“ Brossardt betonte, dass jeder Streik den Unternehmen und dem Standort schadet, unabhängig von seiner rechtlichen Einstufung und Dauer. „Betriebsabläufe werden gestört, Kundenvertrauen enttäuscht, Kosten steigen. Daher richten bereits Warnstreiks großen Schaden an“, so der vbw Hauptgeschäftsführer.


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