Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2018

Pressemitteilung

vbw warnt vor einheitlichem Honorarsystem im Gesundheitswesen / Brossardt: „Beitragssatzsteigerungen würden Mittelschicht treffen“

26.01.2018 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. warnt vor den Plänen der SPD-Unterhändler für ein nivelliertes Honorarsystem im Gesundheitssystem.

„Eine derartige Vereinheitlichung ginge massiv zu Lasten der Beitragszahler. Wenn eine Angleichung der Honorarordnungen nicht zu Einbußen für die Leistungserbringer – Ärzte, Hebammen oder Physiothera-
peuten – führen soll, würde sich der durchschnittliche Beitragssatz um fast einen Prozentpunkt erhöhen. Vor allem die Mittelschicht würde dadurch getroffen“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem hat kürzlich Berechnungen vorgelegt, wonach Ärzte durch die Angleichung der Honorarordnung mit Mindereinnahmen von jährlich rund fünf Milliarden Euro rechnen müssten. Nur entsprechende Beitragssatzsteigerungen für die Versicherten könnten diese ausgleichen.

Die vbw sieht keinen Anlass für eine Abkehr vom bestehenden Dualismus aus gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV). „Unser Gesundheitswesen bietet eine qualitativ hervorragende Versorgung. Die Menschen in unserem Land spüren das auch. Vier von fünf Befragten sind mit den Leistungen ihrer Krankenkasse beziehungsweise Krankenversicherung zufrieden. 88 Prozent der GKV- und 91 Prozent der PKV-Versicherten erhalten bei planbaren Arztbesuchen innerhalb einer Woche einen Termin“, so Brossardt.

Für die PKV würde eine Angleichung der Honorarordnungen in Deutschland das wirtschaftliche Aus bedeuten. Etwa 20 Prozent der Privatversicherten sind bei Unternehmen mit Sitz in Bayern versichert. Rund 13.000 Arbeitsplätze wären an den Standorten München, Nürnberg und Coburg gefährdet.

„Die Bürgerversicherung ist vom Tisch. Die Abschaffung der PKV durch die Hintertür bleibt aber ein Irrweg“, warnt Brossardt und betont: „Für den Erhalt der Arbeitsplätze und der erstklassigen medizini-
schen Infrastruktur
in Deutschland muss die Politik sich zum Systemwettbewerb aus GKV und PKV bekennen.“


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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

+49 (0)89-551 78-214
Markus Meyer
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