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    Letzte Aktualisierung: 30. September 2015

    Pressemitteilung

    vbw warnt vor Selbstzufriedenheit in Deutschland / Gaffal: „Brauchen wieder mehr Soziale Marktwirtschaft“

    30.09.2015 - München

    Zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit warnt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vor Selbstzufriedenheit in Deutschland. vbw Präsident Alfred Gaffal: „Unser Land ist 25 Jahre nach seiner Wiedervereinigung das wirtschaftliche Kraftzentrum Europas. Darauf können wir stolz sein. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Deutschland noch vor zehn Jahren als der ‚kranke Mann Europas‘ galt. Nur durch mutige Reformen wie die Agenda 2010 und vor allem durch die hart erarbeitete Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auf den Weltmärkten haben wir das Ruder wieder herumgerissen. Heute lehnen wir uns in Deutschland aber leider schon wieder zurück und ruhen uns auf dem Erreichten aus. Wir setzen auf staatliche Umverteilung und Eingriffe ins Marktgeschehen statt auf Eigeninitiative und Gründergeist. Damit Deutschland auch morgen erfolgreich ist, brauchen wir wieder mehr Soziale Marktwirtschaft. Ihre Prinzipien waren auch die Grundlage dafür, dass der enorme Kraftakt des wirtschaftlichen Aufbaus in den ostdeutschen Ländern und das Zusammenwachsen von Ost und West gelingen konnten.“

    Gaffal unterstreicht die seit der Wiedervereinigung erzielten wirtschaftlichen Erfolge: „Das Bruttoinlandsprodukt in Ostdeutschland ist zwischen 1991 und 2014 um 85 Prozent gewachsen, das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner hat sich mehr als verdreifacht. Die Arbeitslosigkeit konnte spürbar um ein Drittel gesenkt werden“, so der vbw Präsident, der gleichzeitig einschränkt: „Nach wie vor gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner etwa erreichen die ostdeutschen Länder nur 62,8 Prozent des Niveaus in Bayern. Zudem ist der Aufhol-prozess Ostdeutschlands inzwischen weitgehend zum Stillstand gekommen.“

    Gaffal betont, dass auch Bayern in den vergangenen Jahrzehnten einen Wandlungsprozess erlebt hat: „Wir haben es geschafft, uns von einem landwirtschaftlich geprägten Land zu einem Industrie- und Hochtechnologieland zu entwickeln. Heute sind wir einer der attraktivsten Standorte in Europa. Im System des Länderfinanzausgleichs sind wir vom Nehmerland zum mit Abstand größten Geberland geworden. Diese Motivation müssen auch die ostdeutschen Länder haben.“


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