Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2015

Pressemitteilung

vbw lehnt höheren Arbeitgeberanteil für Krankenversicherung ab / Brossardt: „Unternehmen schultern bereits deutlich höheren Kostenanteil“

18.12.2015 - München

Angesichts der Diskussion um höhere Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen erteilt die vbw der Forderung nach einem höheren Arbeitgeberanteil eine klare Absage. „Die Unternehmen schultern nach wie vor einen deutlich höheren Kostenanteil an der Krankheitskostenfinanzierung als die Arbeitnehmer. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird beispielsweise komplett von Arbeitgeberseite getragen. Allein dieser Posten belief sich 2014 auf 43,5 Milliarden Euro“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Er weist außerdem darauf hin, dass die Arbeitgeber andere Aufwendungen, wie beispielsweise Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung oder die Sozialbeiträge für Minijobber, alleine tragen.

„Eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils würde die Arbeitskosten in Deutschland weiter ansteigen lassen. Das schadet der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen“, kritisiert der vbw Hauptgeschäftsführer.

Über die zu erwartenden Defizite bei den gesetzlichen Kassen zeigte sich Brossardt wenig überrascht: „Das hohe Minus ist auch die Folge der ausgabeorientierten Politik der vergangenen Jahre. Aufgrund der Leistungsausweitungen, der Abschaffung der Praxisgebühr sowie der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts waren die Kostensteigerungen absehbar. Sie machen den Reformbedarf bei der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich.“

Wie eine zukunftsfeste Finanzierung der Krankenversicherung aussehen kann, hat die vbw mit ihrem Konzept des „Regionalen Gesundheits-Kombi“ gezeigt. Das Modell sieht die Beitragsautonomie der Krankenkassen durch eine kassenspezifische, regionalisierte Gesundheitsprämie zur Erweiterung der unternehmerischen Handlungsspielräume vor. Weitere Elemente sind ein steuerfinanzierter Sozialausgleich unter Berücksichtigung aller Einkünfte und intensiverer Wettbewerb zwischen den Kassen. „Mit diesem Konzept wären die gesetzlichen Krankenkassen konjunkturunabhängiger und die Finanzierung könnte besser an die demografische Entwicklung angepasst werden“, so Brossardt.


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