Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2018

Pressemitteilung

vbw lehnt Pläne des Bundesarbeitsministeriums ab / Brossardt: „Gießkanne ist kontraproduktiv“

01.06.2018 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. lehnt die Pläne des Bundesarbeitsministeriums zur Schaffung eines „Sozialen Arbeitsmarkts ab.

Das neue Regelinstrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ richtet sich an Personen, die seit mindestens sechs Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen und während dieses Zeitraums nicht oder nur kurz erwerbs-
tätig waren. Das Instrument sieht vor, dass für diese Gruppe ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Höhe von 100 Prozent des Mindestlohns im ersten Jahr bezahlt wird, nach zwölf Monaten wird der Zuschuss um zehn Prozentpunkte gekürzt. Die Förderdauer ist auf fünf Jahre angelegt und soll durch ein beschäfti-
gungsbegleitendes Coaching flankiert werden. Gefördert werden auch Weiterbildungen beziehungsweise ein betriebliches Praktikum während der Beschäftigung. Damit soll vor allem die Beschäftigung bei öffentlichen oder gemeinnützigen Arbeitgebern, aber auch in der freien Wirtschaft angekurbelt werden.

Die vbw lehnt diese Pläne ab. „Sie folgen dem Gießkannenprinzip, obwohl wir im ersten Arbeitsmarkt konkrete Nachfrage haben. Es muss dringend festgelegt werden, für welche Gruppen mit welchem Ziel am Arbeitsmarkt das Instrument prioritär eingesetzt werden soll. Sonst besteht die Gefahr, dass die För-
derung nutzlos verpufft. Gerade für junge Arbeitsuchende unter 25 Jahren gibt es zum Beispiel bereits genügend andere Förderinstrumente. Ausbildung sowie Qualifizierung müssen Vorrang haben“, sagte
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Außerdem sieht die vbw bei einer Lohnsubventionierung im angestrebten Umfang die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten privater Arbeitgeber. Brossardt: „Das gilt besonders, wenn die Maßnahme erwartungsgemäß vor allem bei öffentlichen und gemeinnützigen Arbeitgebern zum Einsatz kommt. Auch hier besteht dringender Korrekturbedarf.“

Die vbw hält auch eine pauschale Förderdauer von fünf Jahren für zu lang. „Es müsste regelmäßig geprüft werden, ob die Fördervoraussetzungen noch gegeben sind oder ob eine frühere Integration in den ersten Arbeitsmarkt möglich ist. Es muss verhindert werden, dass Menschen fünf Jahre im ‚Sozialen Arbeitsmarkt‘ geparkt werden“, erklärte Brossardt. Das geplante Coaching und die Förderung der Weiterbildung bewertet die vbw positiv.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Andreas Ebersperger

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Andreas Ebersperger
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben