Letzte Aktualisierung: 16. September 2019

Pressemitteilung

vbw lehnt öffentliches Country-by-Country Reporting ab / Brossardt: „Veröffentlichung wettbewerbsrelevanter Daten schadet Unternehmen“

16.09.2019 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. spricht sich klar gegen das von Bundesfinanzminister Olaf Scholz propagierte sogenannte öffentliche Country-by-Country Reporting von Steuerdaten aus. Für steuerliche Zwecke werden diese Daten bereits heute zwischen Finanzverwaltungen ausgetauscht. 116 Staaten wirken an einem von der OECD initiierten Projekt dazu mit. Unternehmen mit mehr als 750 Millionen Euro Umsatz liefern dafür Land für Land Daten zu Umsatz, Gewinn und Steuern, Mitarbeitern und Sachanlagen. Da es um aus Unternehmenssicht vertrauliche Daten geht, wurde international viel Sorgfalt darauf verwandt, dass diese Daten die Finanzverwaltungen nicht verlassen. „Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nicht zu riskieren, müssen sensible Steuerdaten bei den Finanzverwaltungen bleiben“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Entgegen der bisher klar ablehnenden Haltung der Bundesregierung will Bundesfinanzminister Scholz diese Daten jetzt der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das darf nicht in Betracht kommen. Brossardt: „Ein öffentliches Country-by-Country Reporting würde gerade deutsche Hidden Champions und Familienunternehmen benachteiligen – also Unternehmen, auf die Deutschland einen wesentlichen Teil seiner Wettbewerbsfähigkeit stützt. Sie sind häufig in Nischenmärkten tätig, weshalb ihre Daten besonders viele Rückschlüsse auf wettbewerbsrelevante Geschäftspositionen zulassen.“

Eine Veröffentlichung würde also die berechtigten Schutzinteressen dieser Unternehmen stark beschädigen. Der Schaden würde sich allerdings nicht auf die Unternehmen beschränken, sondern die EU insgesamt betreffen. „Nutznießer eines öffentlichen Country-by-Country Reporting wären vor allem Unternehmen außerhalb der EU, die ihre eigenen Daten weiter unter Verschluss halten können. Wer diesen Kurs fährt, gefährdet die Wettbewerbsposition der europäischen Wirtschaft insgesamt,“ so Brossardt.


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Rafael Freckmann

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