Letzte Aktualisierung: 20. März 2019

Pressemitteilung

vbw kritisiert Umgang mit der A1-Bescheinigung auf europäischer Ebene / Brossardt: „Bei Kurzreisen muss die Pflicht zur Vorlage der Bescheinigung entfallen“

20.03.2019 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kritisiert die strenge Praxis in der EU in Bezug auf die Vorlage von A1-Formularen. Dieses liefert den Nachweis, dass ein Arbeitnehmer bei Reiseantritt in ein EU-Land in seinem ursprünglichen Beschäftigungsstaat versichert ist. Es muss beim zuständigen Sozialversicherungsträger beantragt werden. Die vbw begrüßt diese Koordinierung der Sozialversicherung grundsätzlich, sieht bei der Umsetzung aber viele Probleme.

„Zum einen entsteht ein erheblicher bürokratischer Aufwand: Für jeden Auslandseinsatz eines Mitarbeiters muss ein vierseitiges Formular ausgefüllt werden. Außerdem muss das Formular für jeden einzelnen Arbeitsaufenthalt im Ausland beantragt werden, selbst bei nur wenigen Stunden“, kritisiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Hinzu kommt, dass die Bearbeitungsdauer für das A-1-Formular bei den Behörden derzeit rund eine Woche in Anspruch nimmt. „Gerade für kurzfristig anberaumte Dienstreisen, zum Beispiel im Servicebereich, dauert das viel zu lang. Brossardt: „Wenn heute ein Servicetechniker in Deutschland mitgeteilt bekommt, dass eine Maschine in Österreich kaputtgegangen ist, erwartet der Kunde, dass er spätestens morgen mit der Reparatur anfängt und nicht erst in einer Woche.“

Die vbw beklagt zudem die Kontrollen in einigen EU-Ländern. „Art und Weise der Kontrollen werden nicht auf europäischer Ebene, sondern national geregelt. Der deutsche Gesetzgeber hat davon keinen Gebrauch gemacht. Andere Staaten legen die Vorschrift sehr streng aus. Es sind uns Fälle aus Österreich bekannt, in denen das Vorliegen der A1-Bescheinigung auf einer Messe vor Ort, in der Firma des Kunden in Österreich sowie am Grenzübergang kontrolliert wurde. Das Nicht-Mitführen der Bescheinigung ist in Österreich bußgeldbewehrt. Auch in Frankreich ist eine Mitführungspflicht der A1-Bescheinigung gesetzlich normiert. Dies stellt ein erhebliches Hindernis für grenzüberschreitende geschäftliche Aktivitäten innerhalb der EU dar und steht dem Ziel eines einheitlichen EU-Binnenmarktes diametral entgegen“, sagte Brossardt.

Die vbw fordert, dass rasch eine Koordinierung zwischen Deutschland und den in der Umsetzung zu streng verfahrenden Mitgliedsstaaten bei der Handhabung der A1-Kontrollen stattfindet. „Mittelfristig brauchen wir auch auf europäischer Ebene eine Klarstellung. Insbesondere müssen kurze Dienstreisen ins europäische Ausland von der Pflicht zur Vorlage einer A1-Bescheinigung ausgenommen werden“, so Brossardt.


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