Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2016

Pressemitteilung

vbw kritisiert Forderungen nach höherem Arbeitgeberanteil / Brossardt: „Gleiche Kostenanteile wären für Arbeitnehmer schlechtes Geschäft“

14.10.2016 - München

Anlässlich der aktuellen Bekanntgabe der Prognose des Schätzerkreises zur Entwicklung der Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) warnt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vor reflexartigen Forderungen nach einem höheren Arbeitgeberanteil. „Auch wenn es derzeit nicht zu Kostensteigerungen kommt, kann für die Beitragszahler keine Entwarnung gegeben werden. Die in diesem Zusammenhang immer wieder gerade aus Gewerkschaftskreisen geäußerte Forderung nach ‚echter paritätischer Finanzierung‘ ist jedoch kurzsichtig. Die Arbeitgeber tragen nach wie vor einen deutlich höheren Kostenanteil an der Krankheitskostenfinanzierung als die Arbeitnehmer“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Forderungen, den Arbeitgeberteil zu erhöhen, weisen wir daher mit Nachdruck zurück. Eine solche Erhöhung würde wie eine zusätzliche Lohnsteuer nur auf den Faktor Arbeit wirken. In der Folge würden die ohnehin hohen Arbeitskosten in Deutschland weiter steigen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen dafür sinken.“

Brossardt: „Die Diskussion über eine paritätische Finanzierung ist nichts anderes als eine Geisterdebatte. Fakt ist: Der einzelne Arbeitsplatz muss die an ihn geknüpften Kosten erwirtschaften, egal wie man diese aufteilt. Deshalb müssen wir die Lohnzentrierung in der GKV überwinden.“ Unterm Strich zahlen die Arbeitgeber mit 11,6 Prozent für die Finanzierung der GKV drei Prozent mehr als die Arbeitnehmer mit im Schnitt 8,65 Prozent.
Zu dem Krankenversicherungsbeitragssatz von je 7,3 Prozent, den seit dem 01. Januar 2015 sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zahlen müssen, kommen auf Versichertenseite rund 13 Milliarden Euro durch den Zusatzbeitrag und rund drei Milliarden Euro an Selbstbeteiligungen hinzu. „Auf Arbeitgeberseite schlägt allein die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall mit über 50 Milliarden Euro zu Buche“, erklärt Brossardt. „Eine Angleichung der Kostenanteile wäre also für die Arbeitnehmer ein schlechtes Geschäft. Hinzu kommt, dass die Arbeitgeber verschiedene Posten in der Sozialversicherung alleine finanzieren, darunter beispielsweise die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung und die vollständigen Krankenversicherungsbeiträge für Minijobber.“


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