Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017

Pressemitteilung

vbw kritisiert Angriff auf die private Krankenversicherung / Brossardt: „Es droht eine teure ‚Bürgerversicherung‘ durch die Hintertür“

11.01.2017 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. lehnt die von der Bertelsmann-Stiftung geforderte Abschaffung der Beihilfe für die Krankenversorgung von Beamten und Pensionären ab und weist auf inhaltliche und methodische Probleme der zugrunde liegenden Studie hin. „Die medizinischen Leistungserbringer sollen hierfür ab sofort pro Jahr 6,1 Milliarden Euro einsparen – die vermeintlichen Sparpotenziale bei einer Abschaffung der Beamten-Beihilfe gehen also zu Lasten der medizinischen Infrastruktur und damit zu Lasten der Patienten“, mahnt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram
Brossardt.

Die Bertelsmann-Studie blendet aus Sicht der vbw zudem etliche Punkte aus, darunter die langfristigen Kosten der Aufnahme von Beamten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), die systemischen Umstellungskosten und die Auswirkungen auf die Pflegeversicherung. „Der Vorschlag gefährdet direkt das System der privaten Krankenversicherung (PKV) und seine Arbeitsplätze, da nach den Plänen der Bertelsmann-Stiftung über 40 Prozent der Versicherten die PKV verlassen müssten. Denn dieses Modell benachteiligt einkommensschwache ‎Familien, weil die Finanzierung der ärztlichen Versorgung der Beamten aus einem progressiven Steuersystem in das proportionale Beitragssystem der GKV verlagert würde“, erklärt Brossardt. „Ein derartiger‎ Kollateralschaden würde einen Verlust von knapp 50.000 Arbeitsplätzen im System der PKV mit sich bringen.“

Die vbw warnt in diesem Zusammenhang mit Nachdruck vor steigenden Beiträgen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Brossardt: „Die Beiträge in der GKV müssten durchweg steigen, denn Beamte sind für die Versicherer relativ ‚schlechte Risiken‘: Sie haben dann überdurchschnittlich viele beitragsfreie‎ Kinder, werden überdurchschnittlich alt und sind überdurchschnittlich häufig von Berufsunfähigkeit betroffen. Es droht auf diese Weise insgesamt eine teure ‚Bürgerversicherung‘ durch die Hintertür.“


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