Letzte Aktualisierung: 26. April 2016

Pressemitteilung

vbw gegen Zusammenlegung der Pflege-Ausbildung / Brossardt: „Untaugliches Verfahren, das den Fachkräftemangel verschärft“

26.04.2016 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. spricht sich gegen die geplante Zusammenlegung der bisherigen drei Ausbildungsberufe der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Ausbildung aus. „Dies wäre ein Rückschritt gegenüber den bestehenden drei Ausbildungsberufen“, schrieb vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. In diesem Schreiben rief Brossardt die CSU-Politiker anlässlich einer Veranstaltung mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Moosburg am 30. April dazu auf, sich beim Bundesgesundheitsministerium für einen Stopp der entsprechenden Gesetzespläne einzusetzen.

Die vbw sieht die Gefahr, dass die Auszubildenden bei einer zusammengelegten Ausbildung nur noch die Hälfte der Zeit im Ausbildungsbetrieb verbringen. „Nach Abzug von Urlaub und durchschnittlichen Fehlzeiten wären dies gerade noch rund 20 Wochen in drei Jahren. In dieser kurzen Zeit werden die Auszubildenden nicht genug Praxiserfahrung sammeln. Das ist keine angemessene Vorbereitung für diesen verantwortungsvollen Beruf“, so Brossardt.

Die vbw hält das neue Verfahren auch für bürokratisch und kompliziert. „Es würde den Ausbildungsträgern große organisatorische Lasten aufbürden. Insbesondere kleinere und mittelständische Pflegeunternehmen werden diesen Aufwand nicht leisten können. Außerdem wird von den Pflegeeinrichtungen häufig beklagt, dass bei einer generalistischen Pflegeausbildung die theoretischen Anforderungen massiv steigen. Mittelschülern wird dadurch der Zugang zu einem Pflegeberuf erschwert, das Ausbildungspotenzial wird sich dadurch entsprechend verringern. Dies führt unweigerlich dazu, dass sich der bereits bestehende Fachkräftemangel in den Pflegeberufen weiter verschärfen wird“, so Brossardt.

Stattdessen fordert die vbw, die bestehenden drei Ausbildungsberufe zu erhalten und zu modernisieren. „Ziel muss es sein, gemeinsame Kernqualifikationen zu beschreiben und zu sichern, statt eine untaugliche Einheitsausbildung zu schaffen. Nur durch eine praxisbezogene Ausbildung können junge Menschen dazu befähigt werden, diese anspruchsvolle Aufgabe angemessen auszuüben“, heißt es in Brossardts Schreiben.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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