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    Letzte Aktualisierung: 21. Juli 2016

    Pressemitteilung

    vbw fordert tragfähige Finanzierung des Gesundheitssystems / Brossardt: „Bisherige Reformen im Gesundheitswesen kontraproduktiv“

    21.07.2016 - München

    Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat sich im Rahmen ihres Kongresses „Freiheit statt Schranken – unser Gesundheitssystem im Wandel“ für eine tragfähige Neuausrichtung der Gesundheitskostenfinanzierung ausgesprochen. „Problematisch ist, dass die Finanzierung des Gesundheitssystems nicht nachhaltig ist und strukturell falsch läuft. Verschärft wird das durch die Alterung der Gesellschaft“, erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt, der auch die wirtschaftliche Bedeutung des WachstumsmarktsGesundheit für den Freistaat betonte. Die vbw sieht drei Kernprobleme: Die einseitige Belastung des Faktors Arbeit durch die Kopplung der Gesundheitskostenfinanzierung an den Lohn, zu geringe Anreize für kostenbewusstes Verhalten bei den Versicherten und einen verzerrten Wettbewerb zwischen den Kassen.

    „Das aktuelle Gesundheitssystem knüpft den Großteil der Finanzierungslast an den Faktor Arbeit. Das belastet die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Angesichts der erwarteten Kostensteigerungen im Gesundheitssystem droht dieses Finanzierungsmodell die Beitragszahler zu überfordern“, warnte Brossardt. Der vbw Hauptgeschäftsführer übte deutliche Kritik am Gesundheitsfonds: „Bis 2007 gab es einen einigermaßen transparenten Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Dieser wurde mit der Einführung des Gesundheitsfonds massiv verzerrt, es entstand ein unfairer Verteilungsmechanismus. Jetzt haben wir bei den Krankenkassen eine Art zweiten Länderfinanzausgleich, der Bayern über Gebühr benachteiligt: Der Freistaat zahlt jährlich 1,7 Milliarden Euro mehr an Beiträgen in den Fonds ein, als er herausbekommt.“ Die vbw bemängelte zudem, dass besonders bayerische Betriebskrankenkassen bei der regionalen Verteilung der Gelder benachteiligt werden.

    „Die bisherigen Reformen im Gesundheitswesen sind kontraproduktiv, weil sie die Finanzierungsprobleme nicht angreifen und stattdessen auf Leistungsausweitungen setzen. Bei immer weniger jüngeren Beitragszahlern und immer mehr Älteren, die verstärkt Leistungen aus dem Gesundheitssystem in Anspruch nehmen müssen, ist das die völlig falsche Strategie“, so Brossardt.

    Wie eine zukunftsfeste Finanzierung der Krankenversicherung aussehen kann, hat die vbw mit ihrem Konzept des „Regionalen Gesundheits-Kombi“ gezeigt. Das Modell sieht die Beitragsautonomie der Krankenkassen durch eine kassenspezifische, regionalisierte Gesundheitsprämie zur Erweiterung der unternehmerischen Handlungsspielräume vor. Weitere Elemente sind ein steuerfinanzierter Sozialausgleich unter Berücksichtigung aller Einkünfte und intensiverer Wettbewerb zwischen den Kassen.


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